Alles neu macht? Wenn's sich reimen soll: der Mai. Aber wir haben September, und da geht auch was! Im Stresa beispielsweise gibt's einen neuen Chefkoch – einen, dessen Namen man vielleicht schon mal gehört hat, weil er bis neulich in einem Haus war, das einen Michelin-Stern hatte. Tobias Heldt, der bis zum Sommer im Juwel des Hotel bei Schumann den besagten Stern gehalten hatte, nutzte die im März des Jahres angekündigte "kreative Pause" für einen Ortswechsel – zurück nach Dresden, wo er schon zwischen 2012 und 2015 im Caroussel des Bülow Palais (damals ebenfalls ein Sterne-Restaurant) gearbeitet hatte. Gewohnt hat er damals in Striesen, nicht weit vom Stresa entfernt…
An seinem ersten Arbeitstag stellten ihn die Stresa-Inhaber Sebastian Böhme und Josefine Persing-Böhme vor – und sie taten es mit erfreulich wenig (pardon an so viele andere bei ähnlichen Gelegenheiten…) Blabla und knappen persönlichen Statements. "Tobias Heldt hat die Vision und auch die Orientierung zum Gast", lobte Josefine Böhme den Neuen und schob nach: "Dazu noch das Handwerk, denn nur warme Worte bringt es auch nicht auf den Teller!" Damit traf sie den Nagel ziemlich auf den Kopf, denn neben Kreativität macht ja das Handwerk den guten Koch (oder die gute Köchin) aus. Und das hat Tobias bei vielen guten Chefs gelernt: vom Caroussel war schon die Rede (da erlebte er sowohl Dirk Schöer als auch Benjamin Biedlingmaier, damals gerade Feinschmecker-Aufsteiger des Jahres). Er folgte Dirk Schröer ins Rheinland ins Restaurant Schwarzenstein und stieg unter dessen Nachfolger Nils Henkel zum Sous-Chef auf. Das ist bei einem 2-Sterne-Koch (und die hatte das Restaurant zu der Zeit) so ziemlich der wichtigste Job überhaupt. Küchenchef wurde Tobias Heldt dann bei Tim Raue in Berlin – und fing sich dort wohl auch die große Vorliebe für nuancierte asiatische Akzente in den Speisen ein.