Warum die DSC-Volleyballerinnen nie mehr in der Margon-Arena spielen
Der eigentliche profane Anlass wurde ziemlich pompös inszeniert. Am Donnerstag wurde der neue Namensgeber für die Mehrzweckhalle an der Bodenbacher Straße vorgestellt. Die Heimstätte der DSC-Volleyballerinnen und der drittklassigen Basketballer der Dresden Titans, besser bekannt als Margon-Arena, trägt nun einen neuen Schriftzug.
Für zunächst drei Jahre hat sich das Dresdner E-Commerce-Unternehmen Cyberport SE die Namensrechte für die 1998 eingeweihte Halle gesichert. Der neue Schriftzug Cyberport-Arena wurde medienwirksam 13.23 Uhr von seinem blickdichten schwarzen umspannenden Stoff befreit. Das Unternehmen selbst gehört in Deutschland zu den Branchenführer. Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Computerservice erwirtschaftete die Firma im Vorjahr nach Angaben von Geschäftsführer Maik Friedrich einen Gesamtumsatz von 842 Millionen Euro.
Ein Bruchteil davon fließt nun in die Namensrechte. Die Summe ist "streng vertraulich vereinbart. Es ist attraktiv für beide Seiten", erklärt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Also lässt sich nur spekulieren, ob Cyberport für die Namensrechte an der städtischen Sportimmobilie mehr auf den Tisch gelegt hat als die Margon Brunnen GmbH.
Der Mineralwasser-Hersteller hatte den 2007 geschlossenen Vertrag zum 30. Juni 2026 auslaufen lassen. Auf die Frage nach den Hintergründen der einigermaßen überraschenden Kooperationsauflösung verwies die Margon Brunnen GmbH auf die entsprechende Pressekonferenz am Donnerstag. Eine konkrete Antwort blieb Hilbert allerdings schuldig. "Der Vertrag ist regulär ausgelaufen zum 30.6. Insoweit hat sich auch der Eigenbetrieb Sportstätten auf die Suche gemacht, eine neue Partnerschaft zu finden", drückte sich das Stadtoberhaupt schwammig aus.
Eine Frage bleibt unbeantwortet
Das wiederum befeuert die Gerüchte, dass sich der abgewanderte Namensgeber in dem öffentlichen Profil der Arena mehr ausreichend wiederfand. Denn außer den vielen positiven Schlagzeilen - vor allem durch die Volleyballerinnen des Dresdner SC - mehrten sich Jahr für Jahr die Mängelerscheinungen an dem Bauwerk. Ein Spiel des damaligen Männer-Erstligisten VC Dresden musste bereits 2013 kurzfristig abgesagt werden, als es durch dass undichte Dach hereinregnete. Ein Europacupspiel des Dresdner SC im Januar 2024 stand kurz vor diesem Szenario - aus demselben Grund. Die Mängelliste verlängert sich stetig. Auch der Hallenboden hat bereits einige Reparaturen hinter sich, weil es immer wieder kleinere Einbrüche gegeben hat.
Imagefördernd ist die Arena im derzeitigen Zustand nicht. Das wissen auch die Geschäftsführer von Cyberport. "Wir kommen aus der Transformation. Und genau das sehen wir als sehr gute Synergie", sagt der gebürtige Dresdner Maik Fischer, betont aber: "Ich kann es persönlich nicht bewerten, ich spiele hier nicht. Aber was Cyberport in den letzten Jahren ausgemacht hat., dass wir stark in Deutschland, stark in Dresden unterwegs sind. Das habe ich verstanden, dass das eine sehr gute Kombination ist, dass wir das gemeinsam hier an diesem Standort erreichen werden in der Cyberport-Arena."

Ist die Neuvergabe der Namensrechte also auch eine Zäsur für die seit Jahren nötige Sanierung der Arena? "Viele wissen auch, dass das vergangene Jahrzehnt auch herausfordernd war, es gab Rückschläge für diese Arena, die nicht immer leicht waren, auch für uns Volleyballerinnen. Wir schauen voller Zuversicht und voller Hoffnung auf diese Partnerschaft, weil sie auch Ansporn sein sollte, die nächsten Meilenstein mit dieser Arena innen und außen zu beschreiten", sagt Sandra Zimmermann, die Geschäftsführerin der DSC-Volleyballerinnen.
2,25 Millionen Euro vom Bund lassen auf sich warten
"Seit der Eröffnung ist die Arena unser sportliche Heimat. Mir ist es zunächst einmal wichtig, einen Dank zu äußern an Margon. Dadurch war es möglich, eine solche Ära zu prägen", betonte sie. "Gleichzeitig ist dieser heutige Tag auch ein Meilenstein für uns mit Blick auf die Zukunft. Ich glaube, der Weg ist noch nicht zu Ende gegangen. Es macht uns sehr stolz, einen Partner wie Cyberport an unserer Seite zu wissen."
Allerdings hinkt das Projekt der Sanierung der Cyberport-Arena den Plänen hinterher. Mit den 2,25 Millionen aus der Sportmilliarde des Bundes sollte die geplanten Sanierungs-Arbeiten wie Brandschutz, Sicherheitstechnik oder Instandsetzung in einer Gesamthöhe von 5,95 Millionen Euro begonnen werden - der Stadtrat hat die Gelder dafür bereits beschlossen.
Ein neuer Sportboden soll 2027 verlegt werden, die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt und energetische Maßnahmen umgesetzt werden. Danach könnten jährlich 80.000 Euro an Energiekosten und 450 Tonnen Co2-Emission eingespart werden. Rechtzeitig vor dem Start der neuen Saison 2027/28 sollte das Millionenprojekt abgeschlossen sein.
Bisher konnte diese Sanierung aber noch nicht begonnen werden. "Das hängt mit der Förderung aus der sogenannten Sportmilliarde des Bundes zusammen. Diese hatte die Landeshauptstadt Dresden Anfang 2026 für die energetische Sanierung beantragt", heißt es dazu in der offiziellen Darstellung der Stadt. Das Problem: Das Geld ist noch nicht da. "Ende April wurde eine Förderung in Höhe von 2,25 Millionen Euro zugesagt. Allerdings liegt seit Mitte September lediglich die Bestätigung des förderunschädlichen vorzeitigen Maßnahmebeginns vor, der formale Zuwendungsbescheid des Bundes steht noch aus", bestätigt die Stadt.
"Wir werden 2027 nicht fertig sein, sondern 2027 anfangen", schwant es Hubert Körner, dem Chef der DSC-Volleyball-Abteilung.