Die Polizeigewerkschaft nimmt nach den Fußball-Krawallen im Dresdner Harbig-Stadion vor allem die Clubs und deren Sicherheitsdienste in die Pflicht. «Es ist eigentlich ein Skandal, dass der Sicherheitsdienst, der durch die Vereine eingesetzt wird, in den Stadien nicht dafür sorgt, dass so etwas nicht passiert. Das ist das, was ich immer sage: Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele auch nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche da ganz konkret von Geisterspielen», sagte Heiko Teggatz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), in einem Interview mit dem TV-Sender RTL/ntv.
Ermittlungsgruppe «Fahne»
Nach den Gewaltexzessen in Dresden, wo Pyrotechnik abgebrannt wurde, Anhänger beider Mannschaften über Absperrzäune kletterten und sich im Innenraum gegenseitig mit Feuerwerkskörpern beschossen, hat die Polizei inzwischen eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen «Fahne» gebildet. Die Aufgabe bestehe darin, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig.
Weiter stehen im Fokus der Ermittlungen: schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen. Dafür wird umfangreiches Videomaterial mit «mehr als 330 Gigabyte Material» ausgewertet.
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