Fußball-Zweitligist FC St. Pauli muss wegen des verunglimpfenden Spruchbandes in seinem Stadion beim Spiel gegen Dynamo Dresden mit einer Strafe rechnen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird gegen die Hamburger ein Ermittlungsverfahren einleiten. Das Gremium werde vom FC St. Pauli eine Stellungnahme anfordern und den Sachverhalt anschließend bewerten, teilte der DFB am Montag auf Anfrage mit.
Während des Spiels am Sonntag gegen Dynamo war auf der Fan-Tribüne im ausverkauften Millentor-Stadion ein Transparent mit der Aufschrift «Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos» gezeigt worden. Die Aussage nahm Bezug auf die Bombenangriffe der Alliierten auf Dresden 1945. Am Montag jährten sich die Angriffe zum 72. Mal.
Die Vereinsführungen und Fan-Verantwortlichen des FC St. Pauli hatten sich vom Inhalt des Spruchbandes deutlich distanziert. Damit sei «eine Grenze überschritten worden», hieß es in der Stellungnahme der Hamburger noch am Sonntagabend. Es würden «die Toten der Luftangriffe auf Dresden verhöhnt». Weiter schrieb der Club in der Mitteilung: «Für das Verhalten seiner Anhänger möchte sich der FC St. Pauli bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen.»