Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok haben am Morgen in Pirna gemeinsam der Vertreibung deutschsprachiger Einwohner Ungarns nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Gemeinsam legten der CDU-Politiker und das ungarische Staatsoberhaupt einen Kranz vor einer Gedenktafel an der «Grauen Kaserne» in Pirna nieder. Das Gebäude hatte als Erstaufnahme vertriebener Ungarndeutscher in Sachsen gedient. In Ungarn ist der 19. Januar seit 2012 nationaler Gedenktag zur Vertreibung der Ungarndeutschen. «Das unterscheidet Ungarn sehr von anderen Ländern, in denen solche Vertreibungen stattgefunden haben», so der Ministerpräsident bei einer Veranstaltung im Anschluss an die Kranzniederlegung.
Auch in der DDR sei die Geschichte der Ungarndeutschen nicht thematisiert worden. «Daraus sind Trauma entstanden, nicht nur für diejenigen, die das unmittelbar erlebt haben, sondern auch für die nachfolgenden Generationen», so Kretschmer. Umso wichtiger sei es, heute darüber zu sprechen und die Geschichte lebendig zu halten.