Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Sozialforscherin Ulrike von Wölfel viele junge Menschen aus der Bahn geworfen. Die Jugendämter in den Kommunen müssten auf diese Situation reagieren und die Hilfen zur Erziehung verlängern und aufstocken, sagte die 40-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. In den Behörden würden Auswirkungen der Krise auf junge Menschen zu wenig beachtet. «Die Zeiten von Lockdown und Homeschooling dürfen nicht als Entwicklungszeit gewertet werden. Diese Zeit muss man betroffenen Kindern und Jugendlichen zugestehen. Sie kämpfen jetzt darum, dass ihre Hilfen verlängert werden, sie in der stationären Jugendhilfe oder im betreuten Einzelwohnen bleiben.»
Von Wölfel, die in Dresden als Koordinatorin der Fachstelle für Ombudschaftliche Beratung arbeitet und dort viele Jahre an der Evangelischen Hochschule forschte und lehrte, hatte im Dezember 2020 als Sachverständige der Kinderkommission im Bundestag zu Folgen der Corona-Krise auf die Kinder- und Jugendhilfe gesprochen. Anfangs sei es bundesweit zu massiven Einschränkungen in der ambulanten Hilfe zur Erziehung gekommen.