Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) warnt davor, Firmeninsolvenzen politisch zu instrumentalisieren. Sie seien ein normaler Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung. «Unternehmen betreten den Markt, andere verlassen ihn», sagte der Minister. Nicht jedes Insolvenzverfahren führe zu einer Liquidation. Oft fänden sich Lösungen.
«Wir helfen als Freistaat den Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, mit einem breiten Förderinstrumentarium. Durch dieses kann je nach Lage des Einzelfalls eine Insolvenz abgewendet, ein Insolvenzplanverfahren vorbereitet und der anschließende Neustart begleitet oder die Sanierung eines Unternehmens in der Insolvenz durch ein Massedarlehen unterstützt werden.»
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werden seit 2020 in Sachsen mehr Gewerbe an- als abgemeldet. Allein im vergangenen Jahr gab es 26.445 Neuanmeldungen. Dem standen 25.291 Abmeldungen gegenüber. Die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren von Unternehmen lag 2023 bei 747. Die beantragten Unternehmensinsolvenzen befinden sich aktuell etwa auf dem Vorkrisenniveau der Jahre 2018 (812) und 2019 (685). Bis einschließlich 2016 gab es jährlich über 1.000 beantragte Insolvenzverfahren, hieß es.