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Einzigartig auf der Welt: Das Ernte-Geheimnis vor den Toren Dresdens

Cindy Richter lächelt in die Kamera und hält ein kleines Beil über einen Hackstock mit Salbeiwurzeln. Im Hintergrund stehen weitere Teammitglieder an Holzblöcken neben einem großen Berg erdiger Wurzeln in einer Scheune der Bombastus-Werke. (
Traditionelle Handarbeit in Freital: Cindy Richter und das Feldbauteam der Bombastus-Werke verarbeiten frisch gerodete Salbeiwurzeln mit Beilen. Als einziger Betrieb weltweit nutzt das Unternehmen die Wurzeln für Spezialitäten wie Magenbitter. Foto: Sabine Mutschke
Kein anderer Betrieb weltweit nutzt diesen Pflanzenteil: Warum die Freitaler Bombastus-Werke derzeit im Herbst-Einsatz auf den Feldern stehen und worauf es beim Roden ankommt.

Freital. Auf den Feldern zwischen Wurgwitz und Oberhermsdorf wird dieser Tage gegraben. Die Bombastus-Werke roden ihre Salbeiwurzeln. Damit ist der Betrieb nach eigener Recherche eine Ausnahme, denn er ist der einzige weltweit, der nicht nur Blätter und Blüten, sondern auch die Wurzel der Salbeipflanze verarbeitet, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Herbst ist dafür der richtige Moment. „Mit Beginn des Herbstes sammelt die Salbeipflanze in ihren Wurzeln alles, was sie für den Winter braucht”, erklärt Daniel Lehmann, Leiter der Feldbauabteilung. Gerodet wird nur dort, wo die Pflanzen seit mindestens fünf Jahren stehen und kräftige Wurzeln gebildet haben. In diesem Jahr ist das etwa ein halber Hektar, rund 500 Kilogramm sollen zusammenkommen. Jedes Jahr lohnt sich der Aufwand nicht.

Fast alles geschieht per Hand

„Abgesehen von der maschinellen Lockerung der Wurzeln erfolgen alle weiteren Arbeitsschritte traditionell per Hand”, sagt Lehmann. Ein Traktor mit einem selbst gebauten Werkzeug lockert die Wurzeln im Boden, danach lesen die Mitarbeiter sie auf, reinigen und trocknen sie grob und klopfen die Erdreste ab. Anschließend hacken sie die kräftigsten Teile heraus, waschen und häckseln sie. Zum Schluss landen die zerkleinerten Wurzeln in Steingut-Bottichen mit 500 Litern Fassungsvermögen und geben dort in einer alkoholischen Lösung über einen längeren Zeitraum ihre Inhaltsstoffe ab.

Aus dem Auszug entstehen zwei Erzeugnisse, der Arhama-Salbeiwurzel-Trunk, ein Bitter für nach dem Essen, und der Salvikör für davor oder dazu. Beide gibt es in Apotheken, im Informationszentrum der Bombastus-Werke und im Onlineshop.

Salbei seit über 100 Jahren in Freital

Der Salbeianbau ist das Herzstück der Bombastus-Werke in Freital, deren Geschichte bis 1904 zurückreicht. Seit 1914 wächst der Salbei auf eigenen Feldern, nach Unternehmensangaben einer der größten Bestände mehrjährigen Salbeis in Europa. Auf rund 40 Hektar wechseln sich Salbei und bodenpflegende Zwischenfrüchte ab, 13 Hektar stehen derzeit unter Salbei. Die Bombastus-Werke beschäftigen 155 Menschen und setzten 2025 rund 13,35 Millionen Euro um.