Gut fünf Monate nach seiner Berufung ist der aus Baden-Württemberg stammende Theologe Markus Engelhardt als zweiter Pfarrer der Dresdner Frauenkirche eingeführt worden. «Ja, mit Gottes Hilfe», gelobte der 59-Jährige vor dem Altar beim Sonntagsgottesdienst, die ihm Anvertrauten zu begleiten, zu unterstützen, zu fördern. Die Mitarbeiter der Frauenkirche und Vertreter des Stiftungsrates versicherten ihm die Mitwirkung, der Dresdner Superintendent Christian Behr segnete ihn. Er komme «vom schönen Süden» nahe Frankreich in den «wilden Osten, wo Kirche seit Jahrzehnten nicht nur gefühlt eine Minderheit ist», sagte Behr. Engelhardt gab er mit auf den Weg, den «starken Anspruch» an dieser Kirche «mit einem kleinem Schuss Ehrfurcht und Demut» anzugehen.
«Es gibt wirklich keinen Ort, keine Zeit und keine Worte, die zu unpassend sein könnten, als dass wir Gott nicht suchen, anklopfen, bitten, ihm auf den Leib rücken dürfen», sagte Engelhardt in seiner ersten Predigt in neuer Funktion. «In einer eng getakteten 24-7-Woche steht das Beten, wenn überhaupt noch, für viele nicht weit oben auf der To-do-Liste.» Aber manchmal komme das Bedürfnis danach «ganz von selbst». In Erinnerung an die Not nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwies er auf die Erfahrung auch «in dieser schwergebeutelten» Stadt: «Gott bewahrt nicht vor Katastrophen, aber in Katastrophen.»