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Neue Friedensdenkschrift – EKD reagiert auf Bedrohungslage

Neue Friedensdenkschrift – EKD reagiert auf Bedrohungslage
Die EKD-Ratsvorsitzende schlägt in der Frage des Friedens einen veränderten Kurs ein. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Von: DieSachsen News
Es gibt eine neue Denkschrift zu einem sensiblen Thema: Wie die Evangelische Kirche mit der Frage des Friedens ringt - und warum das viele in der Kirche aufwühlt.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) schlägt in der Frage des Friedens einen veränderten Kurs ein. Angesichts einer «empfindlich veränderten Welt- und Bedrohungslage» müssten sicherheits- und friedensethische Aspekte enger aufeinander bezogen gedacht werden, sagte die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, in ihrem Bericht vor der EKD-Synode in Dresden.

Bei der Tagung des Kirchenparlaments in Dresden soll am Montag eine neue Friedensdenkschrift vorgestellt werden. Fehrs deutete in ihrer Rede an, welche Position der Rat der EKD dabei einnimmt. «So bitter das ist: Der Abschreckungsgedanke kann eben gerade nicht als erledigt angesehen werden. So gern wir alle das wollten.» 

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Fehrs: Diskurs wühlt viele auf

Verbal - in Sprache und Tonalität - müsse in der Debatte allerdings abgerüstet werden. «Nicht kriegstüchtig, sondern verteidigungsfähig, friedenstüchtig - darum geht's, um Krieg zu verhindern», sagte Fehrs.

«Ich weiß, dass der Diskurs insgesamt viele aufwühlt. Mich auch. Viele von uns haben sich lange Jahre in der Friedensbewegung engagiert, haben unter dem Label "Frieden schaffen ohne Waffen - Schwerter zu Pflugscharen" dieser Form des Pazifismus die Treue gehalten. Ich auch», sagte die Bischöfin. 

Kirche müsse auf veränderte Weltlage reagieren

«Zugleich ist mir in den vergangenen Monaten auch sehr nahe gerückt, dass Gewalt, die anderen angetan wird, und zwar unter brutalem Bruch des Völkerrechts und Ignoranz jeder Menschenachtung, dass das auch unseren Einspruch braucht.» 

Am Leitbild eines «gerechten Friedens», wie er in einer vorherigen Denkschrift 2007 formuliert worden war, wolle die Kirche festhalten - allerdings dabei der Weltlage Rechnung tragen, die sich nicht erst seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 verändert habe.

Aufarbeitung sexualisierter Gewalt läuft weiter

Die Tagung der EKD-Synode begann am Sonntag in Dresden mit einem Gottesdienst in der Dreikönigskirche. Die Beratungen der 128 Synodalen dauern bis Mittwoch. Neben der Friedensdenkschrift ist ein Schwerpunktthema «Kirche und Macht». 

Am Dienstag wird das Beteiligungsforum sexualisierte Gewalt seinen Bericht vorstellen. Die EKD-Ratsvorsitzende betonte, dass die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und der Schutz davor hohe Priorität habe. Nur so könne die Evangelische Kirche ihrer Verantwortung als schuldig gewordener Institution gerecht werden, sagte Fehrs.

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