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Trotz Pegida-Absage: Dresden will «Herz statt Hetze» zeigen

Trotz Pegida-Absage: Dresden will «Herz statt Hetze» zeigen
«Herz statt Hetze» steht auf einem Plakat. Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Von: DieSachsen.de

Ein breites Bündnis der Dresdner Stadtgesellschaft will auch nach dem Verzicht der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung auf ihre Jubiläumsfeier an diesem Sonntag für Vielfalt, Demokratie, Toleranz und andere Werte auf die Straße gehen. Man habe sich nie als bloße Gegenveranstaltung verstanden und eigene Werte zu vertreten, stellten die Organisatoren der Allianz «Herz statt Hetze» am Dienstag in Dresden klar. Bündnissprecherin Rita Kunert wertete den Rückzug von Pegida als großen Erfolg.

Die Stadt Dresden hatte der rechten Bewegung um ihren vorbestraften Frontmann Lutz Bachmann eine Kundgebung auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche verwehrt und ihr eine Wiese am Rande der Innenstadt zugewiesen. Daraufhin sagte Pegida die Demo ab und kündigte an, eine ganze Woche lang kleinere Versammlungen in Dresden, Meißen und Radebeul abzuhalten. Pegida war vor sechs Jahren in Dresden entstanden, hat aber seit langem erheblich an Zuspruch eingebüßt. Dennoch kommen noch immer bis zu 1000 Menschen zu Pegida-Demos.

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Nach Ansicht der «Herz statt Hetze»-Akteure ist Pegida noch immer ein «Sammelbecken für menschenverachtende Haltungen». Die jahrelange Hetze habe sich auf das soziale Gefüge Dresdens ausgewirkt, erklärte Alexander Bahr vom Verein «Gerede»: «Das gesellschaftliche Klima verändert sich, es verroht und polarisiert sich. Die Grenzen des Sagbaren werden verschoben.» Jonas Leuwer vom «Bündnis für Pflege» nannte Pegida «rassistisch und spalterisch». Es gehe darum, am Sonntag ein klares Zeichen gegen «Feinde der Demokratie» zu setzen.

Angesichts steigender Corona-Zahlen haben die Organisatoren von «Herz statt Hetze» ihre Veranstaltungen modifiziert. Für alle Teilnehmenden gilt eine Maskenpflicht. Auf eine zentrale Kundgebung verzichtet man, zum Finale können sich die Demonstranten auf dem Neumarkt oder auf der Cockerwiese treffen - dem Platz, den Pegida zugewiesen bekam. Wenn die Zahl der Neuinfektionen ein bestimmtes Maß überschreitet, gibt es keine Demo-Züge. «Die Veranstaltungen sollen so stattfinden, dass die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird», sagte Kunert.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: «Herz statt Hetze» steht auf einem Plakat. Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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