35 Jahre nach der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier alle in Ost und West aufgefordert, sich schützend vor die Demokratie zu stellen. Er sehe mit Sorge, dass «die politische Mitte nicht nur, aber mehr noch im Osten unseres Landes immer weniger Rückhalt hat», sagte das Staatsoberhaupt in Berlin. «Lassen wir nicht zu, dass unsere Demokratie noch weiteren Schaden nimmt. Halten wir dagegen.»
Während bei der Vereinigung vor 35 Jahren ausgelassene Stimmung geherrscht habe, hätten viele heute Sorgen. «Aber sollten wir heute, anlässlich von 35 Jahren Deutscher Einheit, nicht einmal innehalten und uns vor Augen führen, was uns gelungen ist in diesen 35 Jahren?», fragte Steinmeier. Das vereinigte Deutschland sei stark und ein geachteter Partner in der Welt.
Auch die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser betonte, es sei keine Selbstverständlichkeit, dass man heute in einem wiedervereinigten, friedlichen und demokratischen Land lebe. «Gerade in diesen Zeiten dürfen wir das nicht vergessen», sagte die SPD-Politikerin bei der Vorstellung ihres Jahresberichts.