Sachsens Großstädte lassen Brunnen trotz Spardrucks sprudeln
Die Vorbereitungen für die Brunnensaison in den größten sächsischen Städten laufen auf Hochtouren. Mehr als 100 Brunnen sollen demnächst aus dem Winterschlaf erwachen. Das teilten die Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz auf Anfrage mit. Die Anlagen seien geprüft und gereinigt. An diesem Montag sprudelt die zeitgenössische Fritz-von-Harck-Anlage am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wieder. Das sagte die Stadtreinigung Leipzig. Bereits im Jahr 1900 gab es an dieser Stelle einen repräsentativen Schmuckplatz im Gründerzeit-Stil mit Fontäne. Nach dem 2. Weltkrieg verlor der Ort jedoch seine Wirkung. Der neu gestaltete Brunnen auf dem 4.500 Quadratmeter großen Stadtplatz besteht aus geometrischen Körpern mit hellem Glasbelag. Die bis zu sechs Meter hohe Fontäne wird nachts beleuchtet. Insgesamt sollen 26 städtische Wasserspiele wieder eine Augenweide für die Leipziger Bevölkerung sein. Neben dem Mendebrunnen auf dem Augustusplatz sprudeln dann auch die Pusteblumen auf dem Richard-Wagner-Platz, der Froschbrunnen auf dem Rabensteinplatz sowie das Wasserspiel in der Grimmaischen Straße. Auch wenn viele Leipzigerinnen und Leipziger die Wasserspiele zur Erfrischung nutzen, wird vom Baden abgeraten. Die Wasserqualität entspreche nicht den hygienischen Anforderungen an Badegewässer. Zudem seien die Springbrunnenanlagen oft historische und denkmalgeschützte Bauwerke mit sensibler Bausubstanz und empfindlichen Abdichtungssystemen. Diese könnten beschädigt werden. Die Unterhaltung der Brunnenanlagen verursacht jedoch Kosten. Für alle von der Stadtreinigung Leipzig betreuten Wasserspiele waren es im vergangenen Jahr fast 350.000 Euro. Deshalb sucht die Stadtreinigung Leipzig erneut Brunnenpaten, die sich finanziell an der Bewirtschaftung der Anlagen beteiligen möchten. «Die Brunnen und Fontänen tragen zum lebendigen und attraktiven Stadtbild bei. Wir freuen uns, wenn Leipziger Firmen, aber auch Bürgerinnen und Bürger uns dabei finanziell unterstützen», sagte Elke Bröcker, Kaufmännische Betriebsleiterin der Stadtreinigung Leipzig. In Dresden beginnt die Brunnensaison etwas später. Dafür sollen im Mai gleich 94 Springbrunnen, Trinkwasserbrunnen und wassertechnische Anlagen in den Betrieb gehen. In den vergangenen Jahren seien drei neue Springbrunnen, zwei neue Trinkwasserbrunnen und eine Regenwasserzisterne zur Bewässerung von Grünflächen hinzugekommen, wie die Stadt mitteilte. Auch in der Landeshauptstadt ist der finanzielle Aufwand für eine Brunnensaison hoch. Das Budget sollte zwischen 390.000 und 700.000 Euro eingeordnet werden, wie es hieß. Damit sollten die Anlagen von April bis Oktober laufen, Beschädigungen und Vandalismus schnell behoben und Verschleißteile zeitnah ausgetauscht werden können. Die Mittel seien wegen der aktuellen Haushaltssperre aber noch nicht freigegeben. In Chemnitz sprudeln dagegen sechs Brunnen bereits seit Ende März. Die weiteren 19 städtischen Zier- und Kunstbrunnenanlagen sollen bis zum 26. Mai in Betrieb genommen werden. Sechs Brunnen bleiben in diesem Jahr aus, weil die Becken saniert werden müssen und die Brunnentechnik veraltet und nicht mehr einsatzfähig ist. Für das Haushaltsjahr 2026 sind 205.000 Euro für die Unterhaltung der Brunnen eingeplant. Vor allem im dicht bebauten Innenstadtbereich überhitzter Städte tragen Brunnen spürbar zur Abkühlung bei. Damit sind sie Teil einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Außerdem sind Brunnen Teil des mitteleuropäischen Stadtbildes. Sie fördern den Tourismus und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBaden ist in Brunnen verboten und Paten werden gesucht
Dresden startet etwas später und hat noch Finanzierungssorgen
In Chemnitz sprudelt es schon an einigen Stellen
Brunnen werten Stadtbild auf und sind gut für das Klima