Als Kulturhauptstadt Europas wird Chemnitz nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) eine wichtige Brückenfunktion nach Mittel- und Osteuropa einnehmen. Angesichts des Kriegs in der Ukraine habe dies eine ganz neue Bedeutung gewonnen, sagte Roth am Freitag nach Gesprächen in der Stadt. Europa sei größer als die EU und die Ukraine gehöre zweifelsohne dazu. «Chemnitz wird unsere deutsch-europäische Kulturhauptstadt sein, die Brücken baut, wo andere Mauern errichten wollen», betonte Roth. «Chemnitz verbindet uns in unseren Werten.»
Das Kulturhauptstadt-Projekt sei finanziell abgesichert und mit seinem Team gut aufgestellt, konstatierte Roth. «Ich bin sehr begeistert, was ich bisher gehört habe.» Die Kulturhauptstadt 2025 mit ihrem Fokus auf gemeinsame Werte und Demokratie sei ein politisches Statement. Es gehe darum, dass die Stadtgesellschaft zeige, «wie sie für die Demokratie kämpft jeden Tag und wie sie mit Demokratiefeinden und Rechtstaatsverächtern auch umgehen kann». Zugleich betonte Roth, dass das Ganze kein «Elite-Projekt» sei und lobte den weiten Kulturbegriff, der auch Sport, Nachhaltigkeit, die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie die Industriekultur umfasse.