«Kein Schlussstrich» unter die mörderischen Taten des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) - das war das Motto zur Eröffnung des neuen Dokumentationszentrums. Es soll fortan in Chemnitz an die Opfer des rechten Terrors, an Hintergründe und das Versagen der Sicherheitsbehörden erinnern. Es widmet sich aber zugleich Aufgaben, die sich für eine wehrhafte Demokratie ergeben. Bei der Einweihung am Mittag wurden laut die Namen aller zehn Opfer des NSU verlesen und von den Teilnehmenden wiederholt.
Zur Eröffnung ergriffen auch Betroffene das Wort. Gamze Kubaşık, deren Vater Mehmet am 4. April 2006 von den NSU-Terroristen in Dortmund ermordet wurde, nannte die Einrichtung des Zentrums längst überfällig und hielt auch die Wahl des Ortes für richtig. «Denn Chemnitz ist nicht irgendein Ort.» Der NSU habe sich hier über Jahre hinweg bewegt. «Hier fanden die Täter Schutz. Hier wurden sie gedeckt. Hier konnten sie sich über Jahre hinweg unbehelligt verstecken. Das ist ein Teil der Geschichte dieser Stadt.»