Dresden (dpa/sn) - Steigende Ausgaben für Asylbewerberleistungen führen auch in Sachsen zu einer kontroversen Debatte. Wie eine Anfrage der BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht im Bundestag ergab, lagen die Nettoausgaben im vergangenen Jahr im Freistaat bei rund 512 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr 2021 sind die Ausgaben damit um 84 Prozent gestiegen. Damals lagen sie bei 278 Millionen Euro, 2022 bei 450 Millionen Euro. In der Politik führte das zu unterschiedlichen Reaktionen.
Auch Kretschmer sagt: Die Flüchtlingszahl muss runter
Ähnlich hatte sich immer wieder die AfD geäußert. Auch in den Reihen der sächsischen CDU mehrten sich die Stimmen, die eine Begrenzung der Migration forderten. Die Flüchtlingszahl «muss runter für die nächsten Jahre», erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unlängst in einem Interview. «Wir können doch nur so viele Menschen hier aufnehmen, wie man auch integrieren kann», argumentierte er.
Die Linken im Sächsischen Landtag verwiesen darauf, dass sich auch die Zahlen für die Aufnahme Geflüchteter zwischen 2021 und 2023 verdoppelt haben. «Allerdings ist die Zahl der Asylsuchenden im ersten Halbjahr 2024 im Vorjahresvergleich um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Es ist kein Wunder, dass die Landes-Ausgaben mit den Zugangszahlen wachsen», sagte die Abgeordnete Juliane Nagel der dpa.
Das liege etwa daran, dass der Freistaat den Kommunen wieder stärker bei der Integration helfe, indem er zusätzliche Bundesmittel weiterreicht. Auch für die ukrainischen Kriegsopfer stelle er den Städten und Gemeinden mehr Geld zur Verfügung.