Nach den Europa- und Kommunalwahlen in Sachsen blicken die sächsischen Parteien nun mit gemischten Gefühlen auf die Landtagswahl am 1. September. Als große Gewinner konnten sich am Montag bei der ersten Wahlanalyse nur die AfD und das Bündnis Sahra Wagenknecht präsentieren. AfD-Landeschef Jörg Urban rief die anderen Parteien dazu auf, die Brandmauer gegen seine Partei zu überdenken. «Die Partei, die die meiste Wählerzustimmung hat, kann man nicht auf Dauer ignorieren», sagte er in Dresden und hoffte auf «Bewegung im Parteienspektrum». Ohne die AfD werde man keine konservative Politik mehr machen können.
Die Offerte richtete sich in erster Linie an die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Generalsekretär Alexander Dierks lehnte aber eine Kooperation mit der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften sächsischen AfD strikt ab. «Wir haben klare inhaltliche Gründe, warum es keine Zusammenarbeit mit dieser Partei geben kann», sagte Dierks. Alle hätten beobachten können, wie diese Partei sich in den vergangenen Jahren aufgestellt habe. Ziel der Union bleibe es, bei der Landtagswahl am 1. September stärkste Kraft im Freistaat zu werden. Sachsen brauche eine handlungsfähige und von einer Mehrheit getragene Regierung in der bürgerlichen Mitte.