Mit dem Werk «Include me out» des aus Sachsen stammenden Bildhauers und Malers Friedrich Kunath ist die erste Perle des «Purple Path» zur Kulturhauptstadt Europa Chemnitz 2025 enthüllt worden. «Die Gemeinde Thalheim macht der Machermentalität der Erzgebirgs-Region alle Ehre», sagte Staatssekretär Thomas Popp bei der Einweihung am Samstag im Buntsockenpark, der mit EU-Geld aus der Industriebrache einer ehemaligen Strumpffabrik von 1905 entstand. Mit dem violetten Kulturpfad gerate der ländliche Raum des Erzgebirges in den Blick. Über ein Netzwerk aus inzwischen 38 Orten setzten Kunst und Kultur Impulse für die gesellschaftliche Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. «Man darf stolz sein auf dieses Projekt, auf dieses Kunstwerk.»
Kunath, 1974 geboren in Chemnitz, das damals Karl-Marx-Stadt hieß, hat sechs mit Gesichtern versehene Nadelbäume in Bronze gegossen, die einen Kreis bilden und sich freundschaftlich an den Ästen fassen. Ein weiteres Bäumchen steht abseits der Gruppe. Die Skulptur sei nicht nur hervorragend modelliert und verarbeitet, lobte Kurator Alexander Ochs. Sie verweise auch auf die Region mit ihren Wäldern, dem einst in der Forstwirtschaft geprägten Begriff der Nachhaltigkeit und rege an, im Zusammenhang mit der Klimakatastrophe neu über diese Frage und den Umgang mit dem Wald nachzudenken. Zugleich gehe es um das menschliche Miteinander und die Erfahrung von Ausgrenzung.