Die tschechische Wirtschaft ist strukturell auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Das schreibt Tomáš Surka, geschäftsführender Partner von Orienta Czech. Ende 2024 registrierte das tschechische Arbeits- und Sozialministerium mehr als 845.000 Beschäftigungsverhältnisse ausländischer Arbeitskräfte. Hinzu kommen rund 132.000 Ausländer, die als Selbstständige tätig sind. Damit sind fast eine Million Arbeits- und Geschäftstätigkeiten mit Personen aus dem Ausland verknüpft. Die größte Gruppe kommt aus der Ukraine, gefolgt von Slowakinnen und Slowaken.
Auf dem Papier wirkt der tschechische Arbeitsmarkt ausgeglichen: Ende April 2026 standen laut Arbeitsamt mehr als 94.000 offene Stellen rund 364.000 registrierten Arbeitssuchenden gegenüber. In der Praxis klafft jedoch eine erhebliche Lücke – denn Arbeitgeber suchen keine beliebigen Bewerber, sondern Menschen mit spezifischen Fähigkeiten, für bestimmte Schichten und Standorte. Das Ministerium schätzt den tatsächlichen Bedarf auf knapp 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Rund jedes fünfte Unternehmen gibt an, dass Personalmangel den Betrieb einschränkt.