Bei der aktuellen Artemis-II-Mission der NASA spielt auch Technologie aus Prag eine wichtige Rolle. Wie die Czech Association of Aerospace Industries mitteilte, sind Strahlungssensoren des Unternehmens ADVACAM an Bord des Orion-Raumschiffs im Einsatz.
Die Mission, die am Montag gestartet ist und rund zehn Tage dauern soll, markiert einen bedeutenden Schritt in der bemannten Raumfahrt: Erstmals seit mehr als 50 Jahren fliegen wieder Astronauten im Rahmen eines Programms gezielt in Richtung Mond. Artemis II gilt als zentrale Vorbereitung für spätere Mondlandungen und langfristige Aufenthalte im Erdorbit und darüber hinaus.
Eine der größten Herausforderungen bei solchen Missionen ist die kosmische Strahlung. Außerhalb des schützenden Magnetfelds der Erde sind Astronauten deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Genau hier setzt die tschechische Technologie an: Die sogenannten MiniPix-Detektoren erfassen einzelne Strahlungsteilchen in Echtzeit und liefern präzise Daten zu Energie, Art und Flugrichtung der Partikel. Die Sensoren basieren auf Chip-Technologie, die ursprünglich am CERN entwickelt wurde. Durch ihre hohe Messgenauigkeit ermöglichen sie eine detaillierte Analyse der Strahlenbelastung während des gesamten Flugs. Die gewonnenen Daten helfen Wissenschaftlern einzuschätzen, wie effektiv das Orion-Raumschiff die Besatzung schützt – und welche Risiken bei zukünftigen Missionen berücksichtigt werden müssen. Die Technologie ist nicht neu im All: Sie wurde bereits auf der Internationalen Raumstation sowie bei Satellitenmissionen eingesetzt. Für Artemis II wurde sie jedoch weiter angepasst, um den Bedingungen im tiefen Weltraum gerecht zu werden.