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Tschechische Sensoren schützen Astronauten auf Mondmission

Tschechische Sensoren schützen Astronauten auf Mondmission
Symbolbild Raumfahrt / pixabay WikiImages
Von: News aus Tschechien
Bei der Artemis-II-Mission der NASA sind Sensoren aus Prag im Einsatz. Sie messen Strahlung während des zehntägigen Flugs und sollen Astronauten auf dem Weg zum Mond besser schützen.

Bei der aktuellen Artemis-II-Mission der NASA spielt auch Technologie aus Prag eine wichtige Rolle. Wie die Czech Association of Aerospace Industries mitteilte, sind Strahlungssensoren des Unternehmens ADVACAM an Bord des Orion-Raumschiffs im Einsatz.

Die Mission, die am Montag gestartet ist und rund zehn Tage dauern soll, markiert einen bedeutenden Schritt in der bemannten Raumfahrt: Erstmals seit mehr als 50 Jahren fliegen wieder Astronauten im Rahmen eines Programms gezielt in Richtung Mond. Artemis II gilt als zentrale Vorbereitung für spätere Mondlandungen und langfristige Aufenthalte im Erdorbit und darüber hinaus.

Eine der größten Herausforderungen bei solchen Missionen ist die kosmische Strahlung. Außerhalb des schützenden Magnetfelds der Erde sind Astronauten deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Genau hier setzt die tschechische Technologie an: Die sogenannten MiniPix-Detektoren erfassen einzelne Strahlungsteilchen in Echtzeit und liefern präzise Daten zu Energie, Art und Flugrichtung der Partikel. Die Sensoren basieren auf Chip-Technologie, die ursprünglich am CERN entwickelt wurde. Durch ihre hohe Messgenauigkeit ermöglichen sie eine detaillierte Analyse der Strahlenbelastung während des gesamten Flugs. Die gewonnenen Daten helfen Wissenschaftlern einzuschätzen, wie effektiv das Orion-Raumschiff die Besatzung schützt – und welche Risiken bei zukünftigen Missionen berücksichtigt werden müssen. Die Technologie ist nicht neu im All: Sie wurde bereits auf der Internationalen Raumstation sowie bei Satellitenmissionen eingesetzt. Für Artemis II wurde sie jedoch weiter angepasst, um den Bedingungen im tiefen Weltraum gerecht zu werden.

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Nach Einschätzung von Branchenvertretern zeigt die Beteiligung an der Mission, dass die tschechische Raumfahrtindustrie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unternehmen entwickeln immer häufiger eigene Schlüsseltechnologien und übernehmen wichtige Funktionen in internationalen Projekten. Parallel dazu wächst auch der Fokus auf Nachwuchsförderung. Im Rahmen der Initiative „Czech Journey to Space“ reisten Studierende in die USA, um den Raketenstart vor Ort zu verfolgen und Einblicke in die Raumfahrt zu erhalten. Ziel ist es, langfristig mehr Fachkräfte für den Sektor zu gewinnen.

Über die aktuelle Mission hinaus sind tschechische Unternehmen bereits in weitere Projekte eingebunden. Dazu zählen unter anderem geplante Beiträge zur künftigen Mondraumstation „Gateway“ sowie Entwicklungen im Bereich Energieversorgung für langfristige Missionen. Diskutiert werden dabei auch modulare Systeme, die perspektivisch auf dem Mond oder sogar auf dem Mars eingesetzt werden könnten.

Das Artemis-Programm insgesamt verfolgt das Ziel, eine dauerhafte menschliche Präsenz im All aufzubauen. Neben der Rückkehr zum Mond geht es dabei auch um neue Technologien, die später für noch weiter entfernte Missionen genutzt werden sollen.

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