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Neuer Bebauungsplan soll Prag für Jahrzehnte prägen

Neuer Bebauungsplan soll Prag für Jahrzehnte prägen
Prag steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Der neue Metropolitplan soll Platz für bis zu 350.000 neue Wohnungen schaffen und die Stadtentwicklung für Jahrzehnte prägen. Foto: IPR Praha
Von: News aus Tschechien
Der Prager Stadtrat hat die finale Fassung des neuen Metropolitplans gebilligt. Ende Mai stimmt das Stadtparlament über das richtungsweisende Dokument ab, das bis zu 350.000 neue Wohnungen und wichtige Infrastrukturprojekte ermöglichen soll.

Der Prager Stadtrat hat am Mittwoch die finale Fassung des neuen Metropolitplans gebilligt. Das teilte die Prager Stadtverwaltung mit. Über die endgültige Verabschiedung stimmt das Stadtparlament am 28. Mai ab. Sollte der Plan angenommen werden, tritt er voraussichtlich am 1. September in Kraft und ersetzt damit den seit 1999 geltenden Raumordnungsplan.

Der neue Metropolitplan soll die Voraussetzungen für ein deutlich intensiveres Wachstum Prags schaffen. Laut dem städtischen Institut für Planung und Entwicklung (IPR), das den Plan ausgearbeitet hat, bietet er Raum für den Bau von bis zu 350.000 Wohnungen – vor allem auf ehemaligen Industrie- und Brachflächen. Gleichzeitig sollen mehr als 700 charakteristische Stadtgebiete, Grünflächen sowie das historische Zentrum geschützt werden. Enthalten sind zudem bedeutende Infrastrukturprojekte wie neue Straßenbahnstrecken, die Fertigstellung beider Stadtringstraßen, eine Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, die neue Philharmonie an der Moldau sowie ein Energiezentrum in Bubeneč, das Abwärme aus Abwasser zur Beheizung von Haushalten nutzen soll.

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„Die Stadtregierung empfiehlt dem Stadtparlament eindeutig die Annahme des neuen Flächennutzungsplans. Seine Verabschiedung wird ein Schlüsselmoment für Prag sein", erklärte Vizebürgermeister Petr Hlaváček. Die Erarbeitung des Plans begann bereits 2012, seit dem ersten Entwurf 2018 gingen zehntausende Einwände und Stellungnahmen ein – allein im ersten Beteiligungsverfahren rund 45.000. Laut Stadtverwaltung konnten rund 70 Prozent der konkreten Forderungen der Stadtbezirke berücksichtigt werden.

Kritik kommt von der Umweltorganisation Arnika, die das Verfahren als zu hastig bezeichnet. Die endgültige Fassung des mehr als 100.000 Seiten umfassenden Dokuments wurde erst am Mittwoch veröffentlicht – eine Woche vor der Abstimmung. „Wir halten es für völlig unverantwortlich, von den Stadträten, den Bezirken und der Öffentlichkeit zu verlangen, innerhalb einer Woche über 100.000 Seiten Dokumentation zu studieren", sagte Arnika-Sprecherin Anna Vinklárková. Die Organisation fordert in einem offenen Brief, die Abstimmung auf Juni oder September zu verschieben.

Der Verband der Bauträger begrüßte die Veröffentlichung hingegen ausdrücklich. Er sieht im Metropolitplan einen wichtigen Meilenstein bei der Lösung des langjährigen Problems des unzureichenden Wohnungsbaus in Prag. Die vollständige Dokumentation ist auf der Website der Stadt unter praha.eu abrufbar.

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