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Smartwings streicht Sommerflüge ab Prag

Smartwings streicht Sommerflüge ab Prag
Eine Boeing 737-700der tschechischen Airline Smartwings auf dem Flughafen Prag. Die Gesellschaft reduziert im Sommer mehrere Flugverbindungen ab der tschechischen Hauptstadt. Foto: Smartwings
Von: News aus Tschechien
Die tschechische Airline Smartwings reduziert im Sommer mehrere Flugverbindungen ab Prag. Betroffen sind unter anderem Flüge nach Spanien, Frankreich und Belgien. Als Gründe gelten schwache Auslastungen und steigende Betriebskosten.

Die tschechische Fluggesellschaft Smartwings wird in den Sommermonaten mehrere Flugverbindungen ab Prag aussetzen oder seltener bedienen. Wie das Unternehmen mitteilte, entfallen vom 1. Juni bis 31. August die Direktflüge nach Toulouse, Bukarest und Brüssel vollständig. Zudem werden zahlreiche weitere Ziele seltener angeflogen.

Betroffen sind insbesondere beliebte Urlaubsregionen. Weniger Verbindungen gibt es unter anderem nach Valencia, Madrid, Mallorca, Málaga, Madeira und Paris. Smartwings begründet die Anpassungen nach eigenen Angaben vor allem mit einer geringeren Auslastung einzelner Strecken.

Die Änderungen sorgen bei tschechischen Reiseveranstaltern bislang jedoch nicht für größere Sorgen. Nach Einschätzung des Verbandes tschechischer Reisebüros und Reiseagenturen seien Flugplananpassungen in der Branche üblich. Kunden könnten häufig auf alternative Verbindungen oder andere Flugtermine ausweichen, da die betroffenen Ziele auch von anderen Airlines regelmäßig angeflogen würden.

Passagiere, die bereits Tickets gebucht haben, sollen laut Smartwings ihr Geld zurückerhalten oder kostenlos umbuchen können. Ob die steigenden Kerosinpreise ebenfalls eine Rolle bei den Kürzungen spielen, ließ die Airline offen.

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Die Kosten für Flugbenzin sind zuletzt infolge der angespannten Lage im Nahen Osten deutlich gestiegen. Auch andere internationale Fluggesellschaften haben deshalb ihre Sommerflugpläne angepasst. Medienberichten zufolge reduzieren unter anderem Air France, KLM, Air Canada und Scandinavian Airlines ihre Verbindungen. Die Lufthansa kündigte zudem an, bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen.

Luftfahrtexperten sehen in den gestiegenen Treibstoffkosten eine zunehmende Belastung für die Branche. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Deloitte seien die Kerosinpreise seit Beginn des Konflikts zwischen Israel und Iran stark gestiegen und hätten inzwischen wieder ein Niveau wie zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erreicht.

Viele Fluggesellschaften könnten die höheren Kosten derzeit noch durch bestehende Treibstoffreserven abfedern. Sollte das Preisniveau jedoch anhalten, rechnen Experten mit weiter steigenden Ticketpreisen und zusätzlichen Einschränkungen bei weniger profitablen Flugverbindungen.

Smartwings hatte bereits zuvor den Treibstoffzuschlag für Tickets erhöht. Konkrete Angaben zur Höhe machte das Unternehmen allerdings nicht. Die Airline ist mit knapp 50 Flugzeugen die größte Fluggesellschaft Tschechiens und befördert jährlich mehr als sechs Millionen Passagiere. Seit Dezember gehört Smartwings dem türkischen Konzern Pegasus Airlines.

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