Die Zahl der Eheschließungen in Tschechien ist 2025 auf den niedrigsten Stand dieses Jahrhunderts gesunken. Das geht aus Daten des Tschechischen Statistikamts hervor. Insgesamt heirateten 42.548 Paare – weniger als beim bisherigen Tiefstwert von 43.499 im Jahr 2013. Der Trend setzt einen über Jahre anhaltenden Rückgang fort.
Als einer der wesentlichen Gründe gilt der gesellschaftliche Wandel: Unverheiratetes Zusammenleben ist längst der Normalfall, Kinder außerhalb der Ehe gelten nicht mehr als stigmatisiert, und langfristige Partnerschaften werden auch ohne formale Registrierung als vollwertig angesehen. Life-Coach Aleš Kalina betont, dass weniger Hochzeiten nicht automatisch schwächere Beziehungen bedeuten, sondern andere Formen der Partnerschaft widerspiegeln.
Auch finanzielle Faktoren spielen eine wachsende Rolle. Eine kleine Hochzeit mit 30 bis 50 Gästen kostet in Tschechien typischerweise zwischen 150.000 und 250.000 Kronen – ein Betrag, der direkt mit Wohnkosten und Hypothekenraten konkurriert. Viele Paare entscheiden sich bewusst gegen eine Feier, um Geld für Wohneigentum zu sparen. Rechtliche Vorteile der Ehe – wie Erbrechte, Steuervorteile und Regelungen zu Kindern – lassen sich laut Kalina zunehmend durch Verträge ersetzen.