Das tschechische Finanzministerium nimmt die Preisgestaltung an Tankstellen unter die Lupe. Das teilte das Ministerium in einer Pressemitteilung mit. Angesichts steigender Kraftstoffpreise sollen Tankstellenbetreiber künftig täglich Preisberichte übermitteln. Diese Daten werden mit Informationen der Finanzverwaltung verglichen, die den gesamten Vertriebsweg der Kraftstoffe abdecken. Zusätzlich sollen die gemeldeten Preise mit den Entwicklungen auf internationalen Rohstoffbörsen abgeglichen werden.
Finanzministerin Alena Schillerová betonte, dass steigende Einkaufspreise an den Börsen nicht als Vorwand genutzt werden dürften, um Gewinnspannen künstlich und unverhältnismäßig zu erhöhen – insbesondere bei strategisch wichtigen Gütern wie Kraftstoffen. Sollte sich zeigen, dass die Margen deutlich stärker steigen als gerechtfertigt, sei das Ministerium bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Als letztes Mittel sei sogar eine staatliche Festlegung maximaler Margen denkbar.
Die aktuellen Daten sollen zudem mit den Margen aus den Wochen vor der jüngsten Nahost-Krise verglichen werden. Zwar räumt das Ministerium ein, dass die Märkte derzeit stark schwanken und die Preisbildung bei Kraftstoffen komplex ist – dennoch sieht es darin keine ausreichende Rechtfertigung für deutliche Veränderungen bei den durchschnittlichen Margen.