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PISA: Tschechische Schüler verlieren – Deutschland noch schwächer

PISA: Tschechische Schüler verlieren – Deutschland noch schwächer
Symbolbild Schule / pixabay congerdesign
Von: News aus Tschechien
Die Leistungen tschechischer 15-Jähriger sind in Mathematik und Lesen erneut gesunken. Im internationalen Vergleich liegt Tschechien aber weiterhin über dem OECD-Durchschnitt – und schneidet besser ab als Deutschland.

Die Leistungen tschechischer Schüler sind bei der neuen PISA-Studie in Mathematik und Lesen zurückgegangen. Das geht aus den am 8. September veröffentlichten Ergebnissen der OECD hervor. In den Naturwissenschaften blieb das Ergebnis gegenüber 2022 dagegen weitgehend stabil. Tschechien liegt dennoch in allen drei Kernbereichen über dem OECD-Durchschnitt.

Bei der Mathematik erreichten die tschechischen 15-Jährigen im Jahr 2025 durchschnittlich 477 Punkte, in der Lesekompetenz waren es 468 Punkte. In den Naturwissenschaften kamen sie auf 490 Punkte. Zum Vergleich: Der OECD-Durchschnitt lag bei 463 Punkten in Mathematik, 461 Punkten im Lesen und 482 Punkten in den Naturwissenschaften.

Auch langfristig zeigt sich insbesondere in Mathematik ein negativer Trend. Gegenüber 2015 ging das tschechische Ergebnis um 22 Punkte zurück, beim Lesen waren es 13 Punkte. Die Naturwissenschaften entwickelten sich dagegen langfristig vergleichsweise stabil. Der Anteil der Schüler, die nicht einmal die zweite Kompetenzstufe erreichen, stieg seit 2015 in Mathematik um sieben Prozentpunkte und beim Lesen um fünf Prozentpunkte.

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Tschechien liegt vor Deutschland

Im direkten Vergleich mit Deutschland schneidet Tschechien trotz der eigenen Rückgänge besser ab. Deutsche Schüler erreichten 2025 durchschnittlich 464 Punkte in Mathematik, 465 Punkte im Lesen und 486 Punkte in den Naturwissenschaften. Deutschland liegt damit in Mathematik und Lesen nur knapp über dem OECD-Mittel und in den Naturwissenschaften ebenfalls nur leicht darüber.

Auch Deutschland verzeichnete gegenüber 2022 deutliche Rückgänge. Die Mathematikleistung sank um elf Punkte, die Lesekompetenz um 15 Punkte. In den Naturwissenschaften fiel der Rückgang um sieben Punkte statistisch nicht signifikant aus. Damit ähneln die Entwicklungen in beiden Ländern einander – das Leistungsniveau tschechischer Schüler liegt allerdings in allen drei Bereichen über dem deutschen.

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei den schwächeren Schülern. In Tschechien erreichen 21 Prozent der Jugendlichen in den Naturwissenschaften, 27 Prozent beim Lesen und 29 Prozent in Mathematik nicht die zweite Kompetenzstufe. Diese Schüler gelten als besonders gefährdet, aktuell und später im Bildungsweg Schwierigkeiten zu bekommen.

Die OECD sieht die Entwicklung allerdings nicht nur in Tschechien kritisch. Über alle OECD-Staaten hinweg erreichten die durchschnittlichen Leistungen 2025 in Mathematik und Lesen den niedrigsten Stand seit Beginn der jeweiligen PISA-Messungen. Inzwischen gilt etwa jeder fünfte 15-Jährige als leistungsschwach in allen drei Kernbereichen.

In Tschechien spielen zudem soziale Unterschiede eine wichtige Rolle. Schüler aus sozial besser gestellten Familien schneiden deutlich besser ab als Jugendliche aus benachteiligten Haushalten. Die Unterschiede im familiären Umfeld erklären in den Naturwissenschaften rund 15 Prozent der Leistungsunterschiede – einer der höheren Werte im OECD-Vergleich.

Auch bei Lernmotivation und Lernverhalten gibt es Auffälligkeiten. Tschechische Schüler sind laut den Ergebnissen unterdurchschnittlich neugierig und ausdauernd. Der Anteil der Jugendlichen, die gerne neue Dinge lernen, begonnene Aufgaben zu Ende bringen oder bei schwierigen Aufgaben zusätzliche Anstrengungen unternehmen, ist seit 2022 zurückgegangen. Rund zwei Fünftel der tschechischen Schüler erstellen demnach nie einen Lernplan.

Weltweit lagen vor allem asiatische Bildungssysteme vorn. Besonders hohe Ergebnisse erzielten Schüler in China, Singapur und Japan. Unter den europäischen Ländern gehörten Estland, Großbritannien und Finnland zu den stärkeren Teilnehmern. Insgesamt nahmen mehr als 760.000 Schüler aus 91 Ländern und Volkswirtschaften an PISA 2025 teil.

Die OECD führt die weltweiten Rückgänge unter anderem auf Veränderungen des Lernens und der digitalen Nutzung zurück. Gerade beim Lesen spielen längere Bildschirmzeiten und ein Rückgang des Lesens aus Freude eine Rolle. Gleichzeitig warnt die Organisation davor, künstliche Intelligenz als Ersatz für eigenes Denken, Aufmerksamkeit und Anstrengung einzusetzen.

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