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Tschechien leidet weiter unter zunehmender Trockenheit

Tschechien leidet weiter unter zunehmender Trockenheit
Symbolbild Dürre / pixabay Tyna_Janoch
Von: News aus Tschechien
Die Sommerhitze ist vorbei, doch in Tschechien bleibt die Trockenheit bestehen. Besonders Mähren und Teile Südböhmens leiden unter ausgetrockneten Böden. Auch Flüsse und Grundwasserstände sind vielerorts niedrig.

Die sommerliche Hitze ist zwar vorbei, doch in Tschechien bleibt die Trockenheit ein erhebliches Problem. Das zeigen aktuelle Daten der Wissenschaftler von CzechGlobe auf dem Portal InterSucho. Demnach sind große Teile des Landes weiterhin von Bodenwasser-Mangel betroffen. Besonders angespannt ist die Situation in Mähren sowie in weiten Teilen Südböhmens.

In Mähren ist die Wasserversorgung des Bodens bis in eine Tiefe von einem Meter weiterhin sehr gering. Auch in Böhmen sind die Wasservorräte insbesondere in tieferen Bodenschichten zwischen 40 Zentimetern und einem Meter begrenzt. Die Prognosen für die kommenden neun Tage lassen zudem kaum Entspannung erwarten. Lediglich beim Durchzug einer Wetterfront von Mittwoch auf Donnerstag werden einige Millimeter Niederschlag erwartet.

Besonders deutlich wird die Belastung der Vegetation beim sogenannten kumulierten Trockenstress. Dieser Wert beschreibt, wie viel Prozent der vergangenen sechs Monate ein Gebiet unter Wassermangel litt. In Teilen Südmährens lag der Wert bei mindestens 70 Prozent, örtlich sogar bei mehr als 90 Prozent. Ähnlich angespannt ist die Lage im Ústecký kraj, ausgenommen einige Gebirgsregionen und der Schluckenauer Zipfel. In großen Teilen des Landes liegt der Wert bei mehr als 50 Prozent.

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Auch die langfristige Einordnung fällt auffällig aus. Nach dem Palmer-Index nähert sich die Intensität der aktuellen Dürre den Werten des extremen Trockenjahres 2018. Allerdings dauert die derzeitige Episode noch nicht so lange an wie die außergewöhnlich lange Trockenperiode, die Tschechien ab 2015 belastete und erst durch starke Niederschläge im Jahr 2020 beendet wurde.

Die Wissenschaftler verweisen zugleich darauf, dass Trockenheit in den böhmischen Ländern auch historisch immer wieder auftrat. Besonders ausgeprägte Perioden lassen sich in den Daten seit 1804 nachweisen. Mit Blick auf den Klimawandel erwarten die Experten künftig jedoch häufigere und möglicherweise intensivere Dürreperioden. Selbst wenn sich die jährliche Niederschlagsmenge insgesamt nicht deutlich verändert, kann eine andere Verteilung der Niederschläge während des Jahres die Wasserversorgung verschlechtern. Hinzu kommen steigende Temperaturen, die die Verdunstung erhöhen.

Die Folgen sind bereits an den Gewässern erkennbar. Daten des Český hydrometeorologický ústav zeigen, dass die meisten Messstellen an Flüssen und Bächen unterhalb der Schwelle für Trockenheit liegen. Auch die Grundwassersituation ist vielerorts unterdurchschnittlich oder deutlich unterdurchschnittlich.

Als besonders deutliches Beispiel gilt derzeit die Talsperre Orlík an der Moldau. Ihr Wasserstand hat ein historisches Tief erreicht. Deshalb wurde erstmals seit rund 60 Jahren damit begonnen, Wasser aus der Talsperre Slapy abzulassen. Die Entwicklung zeigt, dass die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit längst nicht mehr nur an den Böden sichtbar sind, sondern auch die Wasserreserven des Landes erfassen.

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