Onsemi stoppt milliardenschweren Chipausbau in Tschechien
Rožnov pod Radhoštěm. Der US-Chiphersteller Onsemi gibt den geplanten Ausbau seines Werks in Rožnov pod Radhoštěm auf. Das Unternehmen und das tschechische Industrie- und Handelsministerium bestätigten die Entscheidung am Freitag, 6. November. Als Gründe nennt Onsemi Veränderungen auf dem Weltmarkt für Siliziumkarbid und bei der Wirtschaftlichkeit des Projekts.
Onsemi hatte 2024 angekündigt, über mehrere Jahre bis zu zwei Milliarden US-Dollar in den bestehenden Standort zu investieren. Dort sollte eine durchgängige Fertigung für Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid entstehen, wie sie etwa in Elektroautos eingesetzt werden. Das tschechische Industrieministerium bezifferte das geplante Investitionsvolumen 2025 auf 43,4 Milliarden Kronen. Die EU-Kommission hatte staatliche Beihilfen für das Vorhaben genehmigt. Das Ministerium nannte damals eine mögliche Förderung von rund zwölf Milliarden Kronen.
Die laufende Produktion von Silizium- und Siliziumkarbid-Halbleitern in Rožnov bleibt laut Onsemi bestehen. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit Investitionen und Neueinstellungen in Rožnov und Brno. Konkrete Summen oder Stellenzahlen nannte es in seiner Mitteilung nicht.