Mercedes-Benz Trucks baut neues Werk in Eger
Mercedes-Benz Trucks plant den Aufbau eines neuen Montage- und Fertigungswerks im tschechischen Cheb im Karlovarský kraj. Das teilte das Unternehmen mit. Mit der Investition will der Nutzfahrzeughersteller sein europäisches Produktionsnetzwerk ausbauen, Kostenstrukturen optimieren und die wachsende technologische Komplexität in der Lkw-Produktion besser bewältigen. Der Mutterkonzern Daimler Truck plant in den kommenden Jahren Investitionen in einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren die günstigen logistischen Bedingungen sowie wettbewerbsfähige Kostenstrukturen in Tschechien.
Das neue Werk in Cheb soll Teile des bisherigen Produktionsprogramms aus dem deutschen Werk Wörth am Rhein sowie aus dem türkischen Standort Aksaray übernehmen. Wörth bleibt dabei das zentrale Kompetenzzentrum des Netzwerks mit Karosseriebau, Lackierung und Endmontage. CEO Achim Puchert betonte, der neue Standort solle dazu beitragen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Wörth langfristig zu sichern und zusätzliche Investitionen am deutschen Hauptstandort zu ermöglichen. Das Werk im französischen Molsheim wiederum konzentriert sich auf kundenspezifische Umbauten sowie das wachsende Verteidigungsgeschäft und bleibt davon unberührt.
Im Werk Cheb sollen sowohl Fahrzeuge mit konventionellen als auch mit alternativen Antrieben montiert werden – eine direkte Reaktion auf die zunehmende technologische Vielfalt im Nutzfahrzeugbereich. Die geplante Jahreskapazität liegt bei rund 25.000 Fahrzeugen. Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, nicht nur in der Produktion, sondern auch in den Bereichen IT, Qualitätskontrolle und Wartung. Damit positioniert sich Cheb als moderner Industriestandort, der über klassische Fabrikarbeit hinausgeht und auch hochqualifizierte Fachkräfte anzieht.
Tschechiens Vizepremier und Industrieminister Karel Havlíček begrüßte die Investition als bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Besonders für die strukturschwache Region Karlovy Vary eröffne das Projekt neue Perspektiven – durch qualifizierte Arbeitsplätze und eine stärkere wirtschaftliche Diversifizierung. Das Vorhaben schaffe zudem neue Chancen für tschechische Zulieferbetriebe und fördere die technische Ausbildung in der Region. Für ein Land, das bereits heute zu den bedeutendsten Automobilproduktionsstandorten Europas zählt, ist die Ansiedlung eines weiteren namhaften Herstellers ein weiteres Signal wirtschaftlicher Stärke.