Das geplante Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen Prag, Dresden und Berlin steht unter massivem finanziellen Druck. Ursprünglich sollte ein weitreichendes Streckensystem entstehen, auf dem Züge mit bis zu 320 km/h mehrere Städte in Tschechien und Deutschland verbinden. Nun mehren sich Hinweise, dass die Pläne deutlich kleiner ausfallen könnten – oder in Teilen auf Eis gelegt werden.
Eine vollständige Absage ist jedoch nicht beschlossen. Stattdessen richtet sich der Blick nach Brüssel: EU-Fördermittel könnten helfen, zumindest prioritäre Abschnitte umzusetzen. Die Europäische Union treibt schnellere Bahnverbindungen zwischen Hauptstädten voran, auch um Kurzstreckenflüge zu ersetzen. Allerdings sind die Fördertöpfe begrenzt, und die Konkurrenz um Mittel ist groß. Eine Richtungsentscheidung über das weitere Vorgehen wird frühestens im Sommer erwartet.
Besonders offen ist die Zukunft des Erzgebirgstunnels, der als zentraler Baustein für die Verbindung Prag–Dresden gilt. Unabhängig von der Hochgeschwindigkeitsbahn wird er als wichtig eingestuft, weil die bestehende Strecke durch das Elbtal stark ausgelastet ist. Der Tunnel könnte vor allem den Güterverkehr entlasten; die Reisezeiten im Personenverkehr würden hingegen nur moderat sinken.