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Elbe-Staustufe bei Děčín: Umweltprüfung für Wehr und Schleuse beginnt

Elbe-Staustufe bei Děčín: Umweltprüfung für Wehr und Schleuse beginnt
Bei Děčín soll ein bewegliches Wehr mit Schleuse und Kleinwasserkraftwerk die Schifffahrt auf der Elbe verbessern – die Umweltverträglichkeitsprüfung hat begonnen. Foto: Ministerstvo dopravy
Die tschechische Wasserstraßendirektion hat die Unterlagen für eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung zum Bau eines Wehrs und einer Schleuse bei Děčín eingereicht. Der Baubeginn ist für 2029 geplant.

Die tschechische Wasserstraßendirektion hat dem Umweltministerium die Unterlagen für eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zum Projekt „Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen auf der Elbe im Abschnitt Ústí nad Labem – Staatsgrenze Tschechien/Deutschland“ vorgelegt. Das teilte das tschechische Verkehrsministerium mit. Die sogenannte Absichtserklärung zur Veröffentlichung ist der erste Schritt des Verfahrens, in dem jeder die vorgeschlagene Lösung bewerten kann. Geplant sind ein bewegliches Wehr und eine Schleuse bei Děčín sowie ein Kleinwasserkraftwerk, Auffangbecken, Schlammbecken und Ablagerungsflächen.

Verkehrsminister Ivan Bednárik nannte die Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen eine wichtige Voraussetzung für die effektive Nutzung der Elbe-Verkehrsinfrastruktur und für die europaweiten Vorgaben zur Verringerung der Umweltauswirkungen des Güterverkehrs. Ziel sei es, die Schifffahrt auf der Elbe den größten Teil des Jahres zuverlässig zu ermöglichen. Der Bau von Wehr und Schleuse sei angesichts zunehmender Trockenzeiten und des Bedarfs an Wasserrückhaltung die einzig sinnvolle Lösung. Der Baubeginn ist für 2029 vorgesehen, sofern die Prüfung mit einem positiven Gutachten endet. Binnenschifffahrtsdirektor Lubomír Fojtů erwartet, dass nach Inbetriebnahme das Güteraufkommen auf der Elbe steigt und der Straßenverkehr entlastet wird.

Geprüft werden zwei Wehrvarianten. Variante 1 entspricht der zuvor bewerteten technischen Variante 1b. Variante 2 sieht zusätzlich eine optimierte Fischwanderung am Wehr mit neuer Fischtreppe, einen natürlichen Umgehungskanal sowie neue ökologische und kompensatorische Maßnahmen im Gebiet Malý Březno vor. Vorgesehen sind in beiden Fällen unter anderem zwei Fischpässe, eine fischschonende Turbine und ein Wanderkorridor für Landtiere. Umweltgutachter Luboš Štancl räumte ein, das Projekt werde die natürlichen Gegebenheiten und die Dynamik der Elbe erheblich beeinflussen. Diese Eingriffe müssten kompensiert werden.

Laut Bekanntmachung sind keine wesentlichen Beeinträchtigungen der öffentlichen Gesundheit und von Kulturdenkmälern zu erwarten, Luft und Lärm würden nur zeitweise belastet. Für das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000 haben jedoch beide Varianten erhebliche negative Folgen für Schutzobjekte und die Integrität der Gebiete. Zur Minderung sollen strenge Vorgaben der Naturschutzbehörden gelten, etwa die Umsiedlung besonders geschützter Arten. Das Umweltministerium veröffentlicht zunächst einen Abschlussbericht des Verfahrens, bewertet anschließend die Dokumentation und gibt eine verbindliche Stellungnahme ab. Weitere Informationen gibt es unter www.plavebnistupen.cz.