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Brandanschlag in Pardubitz: Drei Verdächtige festgenommen

Brandanschlag in Pardubitz: Drei Verdächtige festgenommen
Nach dem Brandanschlag auf die LPP Holding in Pardubitz hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen – ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft. Foto: CTK/Vostárek Josef
Von: News aus Tschechien
Nach dem Brandanschlag auf den Rüstungskonzern LPP Holding in Pardubitz hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Zwei sitzen in Tschechien in Untersuchungshaft, eine dritte Person wurde in der Slowakei gefasst.

Die Ermittlungen zum Brandanschlag vom vergangenen Freitag auf das Gelände der LPP Holding in Pardubitz haben eine entscheidende Wendung genommen. Das teilte die tschechische Polizei mit. Drei Verdächtige wurden festgenommen – zwei in Tschechien, eine weitere Person in der Slowakei. Den Festgenommenen werden terroristische Handlungen sowie die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Bei den in Tschechien inhaftierten Verdächtigen handelt es sich um einen jungen Mann mit ausländischer Staatsbürgerschaft und eine junge Tschechin. Auf Anordnung der Obersten Staatsanwaltschaft Prag wurden beide am Dienstagabend in Untersuchungshaft genommen. Ausschlaggebend waren laut Gericht Fluchtgefahr, die Möglichkeit der Zeugenbeeinflusssung sowie die Sorge vor einer Fortsetzung der Tat. Beide bekannten sich vor Gericht nicht schuldig. Die dritte Verdächtige, eine US-amerikanische Staatsbürgerin, wurde in der Slowakei festgenommen. Die tschechischen Behörden haben bereits einen Europäischen Haftbefehl zur Auslieferung eingeleitet.

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Der Brand hatte vergangenen Freitag eine Produktionshalle und ein Verwaltungsgebäude der LPP Holding schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand, der Schaden wird jedoch auf mehrere hundert Millionen Kronen geschätzt. Eine propalästinensische Gruppierung namens „The Earthquake Faction" hatte sich in einem auf X veröffentlichten Video zu dem Anschlag bekannt und Forderungen im Zusammenhang mit angeblichen Verbindungen der LPP Holding zu einem israelischen Rüstungskonzern gestellt. Sicherheitsbehörden schließen jedoch eine sogenannte False-Flag-Operation nicht aus – bei der die Gruppe als gezielte Tarnung für eine andere Organisation oder einen staatlichen Akteur dient.

Die Polizei geht davon aus, dass neben den drei Festgenommenen noch weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten. Entsprechend wird auch international nach möglichen Komplizen gefahndet. Trotz der laufenden Ermittlungen betonen die Behörden, dass derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Terrorwarnstufe in Tschechien liegt weiterhin bei Stufe zwei von vier und wurde nach dem Anschlag nicht angehoben. Für die bevorstehenden Osterfeiertage und Großveranstaltungen wurden jedoch präventiv verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.

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