Stadtwerke Riesa machen 4,64 Millionen Euro Gewinn
Riesa. Der Stadtwerke Riesa (Konzern) haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Überschuss von 4,64 Millionen Euro abgeschlossen. Damit bleibt das Ergebnis nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. 2024 hatte der Konzern noch rund 4,70 Millionen Euro Gewinn erzielt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH hat dem Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat.
Die Geschäftsführung bewertet den Geschäftsverlauf 2025 insgesamt als erfolgreich. Nach Angaben im Konzernlagebericht entwickelte sich das Ergebnis besser als geplant. Zum Konzern gehören neben der Stadtwerke Riesa GmbH die drei Tochterunternehmen ESAM Energieservice und Arealmanagement GmbH, EGR Energiegesellschaft Riesa GmbH und Magnet Riesa GmbH Freizeit & Tourismus. Zum Geschäft gehören damit nicht nur Strom, Gas und Fernwärme, sondern unter anderem auch Hallenschwimmbad, Verkehrslandeplatz sowie Hotel und Gastronomie.
Aber der Umsatz geht zurück
Während der Gewinn vergleichsweise stabil blieb, sanken die Umsatzerlöse. Sie lagen 2025 bei 63,61 Millionen Euro, nach 67,09 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Konzernjahresüberschuss ging von 4,705 auf 4,643 Millionen Euro zurück. Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Beim Gas stieg der Absatz an Dritte leicht um 0,7 Prozent. Gleichzeitig sanken die Beschaffungskosten für Erdgas um 943.000 Euro. Die Stadtwerke führen dies unter anderem auf günstigere Beschaffung am Termin- und Spotmarkt zurück.
Beim Strom dagegen ging die Absatzmenge an Dritte um 13,6 Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund war nach Angaben der Stadtwerke der Wechsel eines größeren Sonderkunden zu einem anderen Energieversorger. Hinzu kommen Kundenwechsel und zunehmende Eigenerzeugung durch Photovoltaikanlagen.
Kräftig investiert wurde 2025 in die Infrastruktur. Insgesamt flossen 6,677 Millionen Euro in das Anlagevermögen. Davon entfielen rund 2,1 Millionen Euro auf Strom- und Gasverteilungsanlagen und 3,57 Millionen Euro auf Wärme- und Stromerzeugung. Unter anderem wurden das Stromnetz an der Wismarer Straße, der Lommatzscher Straße und am Oelsitzer Weg erneuert. An der Breiten Straße wurde bei einer gemeinsamen Baumaßnahme von Stadtwerken, Wasserversorgung und Stadt die unterirdische Infrastruktur neu gestaltet.
Gleichzeitig begann der Aufbau einer sogenannten Smart Grid Operation Plattform. Sie soll perspektivisch Messwerte aus dem Niederspannungsnetz verarbeiten und Steuerbefehle zur Optimierung von Strombezug und -einspeisung erzeugen.
Immer mehr Solarstrom in Riesa
Auch der Ausbau erneuerbarer Energien zeigt sich im Netz der Stadtwerke. Im Jahr 2025 wurden 195 Photovoltaikanlagen mit rund 2,9 Megawatt Anschlussleistung neu eingebunden. Insgesamt waren Ende des Jahres rund 25,1 Megawatt Leistung aus erneuerbaren Energien im Stadtwerke-Netz installiert.
Beim Ausbau intelligenter Stromzähler meldet das Unternehmen ebenfalls Fortschritte. Bis Ende 2025 wurden 301 intelligente Messsysteme installiert. Damit wurden nach Angaben der Stadtwerke rund 24 Prozent der bestehenden Pflichteinbaufälle abgedeckt.
Eine wichtige Rolle für die Wärmeversorgung spielt inzwischen die industrielle Abwärme der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH. 2025 wurden 14.075 Megawattstunden Abwärme zur Versorgung der Goodyear Germany GmbH genutzt. Das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stadtwerke wollen diesen Weg weitergehen. Als nächsten großen Schritt beschreiben sie die zusätzliche Nutzung industrieller Abwärme aus dem Stahlerzeugungsprozess. Dabei soll Energie aus Kühlwasser mithilfe einer Wärmepumpe auf ein für die Fernwärmeversorgung nutzbares Temperaturniveau gebracht werden. Die Stadtwerke sehen darin auch die Möglichkeit, die Abwärme künftig durch eine Verbindung bestehender Inselnetze in weiteren Stadtgebieten einzusetzen.
Wasserstoff könnte ab 2029 ein Thema werden
Auch Wasserstoff spielt in den Zukunftsplänen eine Rolle. Im von der Bundesnetzagentur genehmigten Wasserstoff-Kernnetz ist laut Konzernbericht ein Anschluss für die Stadtwerke in der Nähe der heutigen Havarieübernahmestation Forberge vorgesehen. Abhängig von Verfügbarkeit und Bedarf könnten nach Einschätzung der Stadtwerke voraussichtlich ab etwa 2029 erste Anlagen von Erdgas auf Wasserstoff umgerüstet werden. Gleichzeitig sehen die Stadtwerke erhebliche Unsicherheiten. Dazu gehören volatile Strom- und Gaspreise, steigende CO₂-Kosten, regulatorische Veränderungen sowie langfristig der politisch angestrebte Ausstieg aus der Erdgasversorgung bis 2045.
Die Bilanz zeigt zugleich eine stärkere Eigenkapitalbasis. Die Eigenkapitalquote des Konzerns stieg von 52,5 Prozent auf 54,7 Prozent. Der Anteil der Darlehen an der Bilanzsumme sank von 14,7 auf 12,3 Prozent. 2025 nahm der Konzern keine neuen Darlehen auf und tilgte Kredite in Höhe von 2,12 Millionen Euro. Der Finanzmittelfonds erhöhte sich zum Jahresende von 27,403 auf 29,057 Millionen Euro. Der operative Cashflow betrug knapp elf Millionen Euro.
Auch die Beschäftigtenzahl nahm zu: Ende 2025 weist der Konzern 241 Beschäftigte einschließlich Auszubildender aus, nach 233 im Vorjahr. Der geprüfte Konzernabschluss wird dem Stadtrat am 11. November vorgelegt. Der Aufsichtsrat hatte den Prüfungsbericht bereits am 8. Oktober zustimmend zur Kenntnis genommen.