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Sprachprobleme bei Vorschulkindern: Kitas im Kreis Meißen suchen Rat

Zuhörerinnen und Zuhörer beim Kita-Fachtag im Saal des Alberttreffs Großenhain, vorn ein Tisch mit Infomaterial
Mehr als 60 Fachkräfte kamen zum Fachtag „Kindergesundheit im Fokus“ in den Alberttreff Großenhain. Foto: Landkreis Meißen
From: Meißen News
Mehr als vier von zehn Kindern im Landkreis Meißen fallen bei der Schulaufnahmeuntersuchung mit Problemen in der Sprache auf. Bei einem Fachtag in Großenhain ging es darum, was Kitas dagegen tun können.

Großenhain. Wie können Kitas die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern stärken? Darüber haben am 7. Oktober mehr als 60 Fachkräfte aus den Landkreisen Meißen und Mittelsachsen sowie aus Dresden im Soziokulturellen Zentrum Alberttreff in Großenhain beraten. Der Fachtag „Kindergesundheit im Fokus: Die Kita als gesundheitsfördernder Lebensort“ wurde vom Gesundheitsamt des Landkreises Meißen organisiert. Das teilte das Landratsamt am Freitag mit.

Anlass war unter anderem der Gesundheitsbericht des Landkreises zur Schulaufnahmeuntersuchung 2023/2024. Untersucht wurden damals 2.222 Kinder. Bei 40,7 Prozent von ihnen stellten die Ärztinnen und Ärzte Auffälligkeiten in der Sprache fest. Das war der häufigste Befund, wie Meißen News (diesachsen.de) berichtete. Auch im emotional-psychosozialen Bereich lagen die Kinder im Landkreis über dem sächsischen Durchschnitt. Zum Vergleich: Sachsenweit hatten nach Angaben des Statistischen Landesamts im Schuljahr 2024/2025 37 Prozent der untersuchten Kinder einen Befund bei Sprache und Sprechen.

Weil mehr als 97 Prozent der Kinder im Landkreis vor der Einschulung eine Kita besuchen, sieht das Landratsamt dort einen wichtigen Ansatzpunkt, um Kinder und ihre Familien früh zu erreichen. „Mit dem heutigen Tag wollen wir nicht noch zusätzliche Aufgaben auf die ohnehin gut gefüllten Schreibtische und To-do-Listen der Kitas legen. Vielmehr möchten wir Orientierung geben, vorhandenes Wissen bündeln, gute Angebote sichtbar machen und den Austausch fördern“, sagte Janet Steinbach-Putz, Erste Beigeordnete des Landkreises Meißen.

Fachlich eröffnete Dr. Martin Hildebrandt vom Elblandklinikum Riesa den Tag mit einem Vortrag zur kindlichen Entwicklung und zu der Frage, was angeboren und was anerzogen ist. Gabriela Mentzer, Leiterin der Kita „Villa auf dem Kirschberg“ in Riesa, berichtete von ihren Erfahrungen mit den Programmen „Kinder stärken“, „Familien stärken“ und „Schatzsuche“. In fünf Workshops ging es anschließend unter anderem um Bewegung im Kita-Alltag, die Paul Werner vom Kreissportbund Meißen vorstellte, um sprachliche Bildung beim gemeinsamen Essen und um die Elternarbeit bei der digitalen Medienerziehung.

Dabei wurden auch Hürden sichtbar. Wenig Zeit und knappe Personalressourcen erschweren es den Einrichtungen mitunter, neue Angebote umzusetzen, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Umso wichtiger seien alltagstaugliche Unterstützung und verlässliche Kooperationen.

Zwei Angebote stehen im Landkreis bereits fest. Das Elternprogramm „Schatzsuche“, das Eltern helfen soll, die Stärken ihrer Kinder zu entdecken und zu fördern, wird im Frühjahr 2027 angeboten. Die Anmeldung läuft schon. Für das Programm „Freunde“, das Lebenskompetenzen von Kindern stärken soll, sind seit März 2026 zwei ausgebildete Trainer im Landkreis im Einsatz.

Informationen zu den Programmen gibt es auf der Seite der Gesundheitsförderung des Landkreises Meißen.