Royal Cavalry: Britische Reitergarde kauft Pferde in Moritzburg
Moritzburg. Hoher Besuch aus London im Landgestüt Moritzburg: Eine sechsköpfige Delegation des Household Cavalry Mounted Regiment (HCMR) unter der Leitung von Commanding Officer Benjamin McNeil ist kürzlich eigens angereist, um Pferde aus dem sächsisch-thüringischen Zuchtgebiet zu sichten und zu kaufen. Das teilt das Landgestüt Moritzburg mit.
Das HCMR ist die zeremonielle Reitertruppe der britischen Household Cavalry. Es stellt unter anderem die King's Life Guard am Horse Guards in London. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Remonten der Rasse Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut aus regionalen Züchterhäusern.
Die Verbindung nach Großbritannien ist nicht neu. Schon zu DDR-Zeiten, im Jahr 1988, hatte eine Ankaufskommission der British Household Cavalry 14 Schwere Warmblut-Rappwallache des Hengstdepots Moritzburg erworben. Beim erneuten Besuch, fast vier Jahrzehnte später, nahm die Kommission 20 verkäufliche Schwere Warmblüter aus dem Zuchtgebiet in Augenschein.
Die Sächsische Gestütsverwaltung und der Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen gestalteten den Tag gemeinsam. Kati Schöpke, Landstallmeisterin und Geschäftsführerin der Sächsischen Gestütsverwaltung, und Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, begrüßten die Gäste im historischen Innenhof. Danach wurden ausgewählte Rassevertreter vorgestellt, anschließend Schwere Warmbluthengste verschiedener Typvarianten.
Nach einem Rundgang durch die historischen Gestütsanlagen ging es für die Delegation mit den „Moritzburgern“ in zwei Viererzügen auf eine Fahrt durch die herbstliche Kulturlandschaft. So konnten sich die Briten selbst ein Bild von den Fahreigenschaften und der Leistungsbereitschaft der Rasse machen.
Am Nachmittag wurden die verkäuflichen Pferde zunächst an der Hand vorgestellt. Danach stiegen die zwei eigens zum Probereiten angereisten Bereiter selbst in den Sattel und zeigten sich überaus angetan von der Qualität der jungen Pferde.
Nach einer umfangreichen Inspektion durch Schmied und Tierarzt fiel die Entscheidung: Acht Schwere Warmblutpferde werden gekauft. Sie sollen schon bald ihren neuen Stall in London beziehen und in den Dienst des HCMR treten.
Das Landgestüt Moritzburg wurde 1828 per königlichem Erlass gegründet, damals mit 38 Hengsten in den 1733 errichteten Jagdstallungen. Es ist Sitz der Sächsischen Gestütsverwaltung. Das Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblut wird seit über 100 Jahren in Sachsen und Thüringen gezüchtet und gilt bis heute als gefährdet.