Radebeul leitet Zwangsräumung des Lügenmuseums ein
Radebeul. Die Stadt Radebeul hat die Zwangsräumung des Lügenmuseums im ehemaligen Gasthof Serkowitz eingeleitet. Das geht aus einer Stellungnahme der Stadt hervor, die das Portal Radebeul-aktuell am 25. Oktober veröffentlicht hat. Darin heißt es: „Die Immobilie gehört der Stadt Radebeul. Seit Beendigung des Mietverhältnisses sind mehr als zwei Jahre und seit Rechtskraft des Räumungsurteils fünf Monate vergangen. Der Mieter hatte damit ausreichend Zeit für eine Räumung des ‚Lügenmuseums‘. Nach Ablauf der großzügig bemessenen Räumungsfrist wurde nunmehr die Vollstreckung eingeleitet. Diese geschieht nach den gesetzlichen Vorschriften. Damit haben sich alle weiteren Fragen erübrigt.“
Das Museum hatte Ende September seinen letzten regulären Öffnungstag. Wie MDR Kultur am 1. Oktober berichtete, hatte Betreiber Reinhard Zabka die Stadt um zwei Monate Aufschub gebeten. Die Stadtverwaltung lehnte das ab und kündigte die Zwangsräumung an. Sie hatte den Mietvertrag 2024 gekündigt, um das Gebäude zu verkaufen. Es folgte ein Rechtsstreit.
Den Verkauf an einen Berliner Investor, der das Lügenmuseum in einem Kulturzentrum erhalten wollte, hatte der Stadtrat schon 2023 beschlossen. Das Geschäft scheiterte 2024. Stadt und Betreiber machen sich dafür gegenseitig verantwortlich. Die Stadt verweist auf einen Sanierungsbedarf von rund 3,5 Millionen Euro.
Einen Teilerfolg hatte Zabka zuletzt vor Gericht. Die Stadt hatte drei Veranstaltungen im Haus untersagt, zuletzt das „Grande Finale“ am 26. September. Das Verwaltungsgericht Dresden hat diese Verbote nun für nicht rechtmäßig erklärt.
Reinhard Zabka hatte das Lügenmuseum 1990 im brandenburgischen Babe gegründet. 1997 zog es nach Gantikow, 2012 eröffnete es im Gasthof Serkowitz an der Kötzschenbrodaer Straße in Radebeul neu. 2014 erhielt es den Kunstpreis der Stadt Radebeul.