Moritzburg: Riesenrad am Schloss, Sturm am Teich
Moritzburg. Das Fisch- und Waldfest am Moritzburger Schlossteich geht am Sonntag, 25. Oktober, bei ungemütlichem Wetter in seinen zweiten Tag. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Sachsen bis zum frühen Nachmittag Regen und Böen zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde voraus, örtlich bis 85 Kilometer pro Stunde. Erst im Verlauf des Nachmittags soll der Wind nachlassen.
Der Sonnabend hat schon Spuren hinterlassen. Wie der Chef von Adams Gasthof in Moritzburg in einem Video berichtet, ist der Schlossteich inzwischen fast leer. Die Teichwirtschaft Moritzburg habe alle Karpfen herausgeholt, am Sonnabend sei der Fisch dann versteigert worden. Die Versteigerung mit der Teichwirtschaft, Alf Mahlo und der Fischkönigin hatten die Veranstalter angekündigt, der Erlös geht laut Programm an das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Steinbach.
Laut dem Gastwirt bauen viele Händler ihre Stände mit Essen, Handwerk und Kreativem auf. Auf dem Außengelände des Käthe-Kollwitz-Hauses gibt es Kinderstände zum Basteln und Töpfern. Vor dem Schloss steht nach seinen Worten das vermutlich größte Riesenrad, das Moritzburg je gesehen hat.
Auf dem Schlossparkplatz lädt der Staatsbetrieb Sachsenforst zum Waldfest ein, bei dem sich alles um Wald und Holz dreht. Entlang des Schlossteichs sorgen Künstler und Musiker für Unterhaltung. Geöffnet ist das Fest am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Laut Programm sind Fischzüge um 13 und 15 Uhr angesetzt, moderiert von Alf Mahlo und Geschäftsführer Henry Lindner. Showkoch Daniel Fischer zeigt bis 17 Uhr, wie Karpfen zubereitet wird. Im Schlosspark sind Greifvogelshows um 14 und 16 Uhr angekündigt.
Weniger Fisch als geplant
„Es ist kaum noch Wasser im Schlossteich“, sagte Henry Lindner bereits Anfang Oktober dem Portal Radebeul Aktuell. Regenmangel, Hitze und Wind hätten die Pegel sinken lassen. Statt geplanter 60 Tonnen Fisch rechnete er für 2026 mit 40 bis 50 Tonnen. Vor zehn Jahren seien es noch rund 150 Tonnen gewesen.
Die Moritzburger Fischzucht beruft sich auf eine alte Tradition. Sie ist nach Angaben der Gemeinde seit 1502 urkundlich belegt, heute führt sie die Teichwirtschaft Moritzburg GmbH weiter. Spiegel- und Schuppenkarpfen ernähren sich überwiegend von natürlichem Futter aus den Teichen. Bis aus einem Ei ein Speisekarpfen wird, vergehen laut Gemeinde in der Regel fünf bis sechs Sommer. Bei der Ernte wiegt ein Moritzburger Karpfen im Schnitt rund 1,4 Kilogramm.
Das Fest selbst ist seit 2011 gewachsen, die Veranstalter rechneten mit 20.000 Besuchern an beiden Tagen.
Das Fisch- und Waldfest ist am Sonntag bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Von vier Sonderparkplätzen vor dem Ort fahren Shuttlebusse bis 19 Uhr, das Parken kostet 10 Euro. Die Moritzburg-Information empfiehlt als Alternative zur vollen Buslinie 477 die Zusatzzüge der Traditionsbahn Radebeul e. V. und die Lößnitzgrundbahn. Die Meißner Straße bleibt bis etwa 23 Uhr gesperrt. Alle Infos unter www.fisch-und-waldfest-moritzburg.de.