Meißen: Stadt hält am Poller in der Görnischen Gasse fest
Meißen. Die Stadt hält am Poller am Hundewinkel fest. Einen Verzicht hat der Stadtrat am 23. September mehrheitlich abgelehnt. Die Petition dagegen steht laut Verwaltung kurz vor dem Abschluss.
Auf Anfrage von Meißen News antwortete die Pressestelle am 27. Oktober mit Stellungnahmen aus dem Amt für Stadtplanung und Liegenschaften. Der Poller gehe auf den Entwurfsbeschluss zum Straßenbau vom 21. Januar 2025 zurück. Zuständig sei nach der Hauptsatzung der Stadtentwicklungsausschuss.
400 Euro, aufgeschraubt, bei der Sanierung
Eingebaut werden soll der Poller im Rahmen der Sanierung der Görnischen Gasse. „Der Poller und die Installation kosten rund 400 Euro. Tiefbau ist nicht erforderlich, er wird aufgeschraubt“, so die Stadt. Die Kosten kämen aus dem Budget der Baumaßnahme. Zur Frage, wer künftig in die Gasse einfahren darf und wie Rettungsdienst, Lieferverkehr, Pflegedienste und Anwohner zufahren, schreibt das Amt: „Die Görnische Gasse ist für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar.“
Verzicht abgelehnt, Bodenschwellen verworfen
Zur Petition mit mehr als 550 Unterschriften heißt es wörtlich: „Die Petition wurde sorgfältig geprüft und sehr ernst genommen. Mit dem Beschluss des Antrages Nr. A19/26 im Stadtrat am 23.09.2026 wurde der Verzicht auf die Errichtung eines Pollers am Hundewinkel mehrheitlich abgelehnt. Die Petition wird derzeit noch bearbeitet und steht kurz vorm Abschluss.“
Initiator ist laut openPetition Hagen Firke. In einer Nachricht an die Stadt vom August verwies er auf „über 550 Unterschriften gegen die Verpollerung der Altstadt“ und bat um öffentliche Behandlung im Stadtrat. Die Online-Sammlung endete am 13. September. openPetition weist derzeit 173 Zeichnungen aus.
Die von den Petenten geforderten Bodenschwellen („stumme Polizisten“) hat die Stadt geprüft und verworfen. Sie führten nur zu einer kurzfristigen Geschwindigkeitsreduzierung, „aber nicht zu einer nennenswerten Reduzierung des Durchgangsverkehrs“. Außerdem belaste Abbremsen und Beschleunigen die Anlieger. Zu schnelles Überfahren könne Erschütterungen auslösen, „die zu Rissbildungen an der wertvollen historischen Bausubstanz führen kann“.
Zwei Bürgerveranstaltungen, Konzept noch offen
Parallel arbeitet die Stadt an einem Verkehrskonzept für die gesamte Altstadt. Zwei Beteiligungsveranstaltungen seien bereits gelaufen. In der ersten seien Probleme und Wünsche aufgenommen worden, in der zweiten Varianten der Verkehrsführung diskutiert. „Die Ergebnisse werden derzeit vom Planungsbüro geprüft.“ Einen Termin, wann der Stadtrat über das Konzept entscheidet, nennt die Antwort nicht.
Die Petition Nr. 5/2026 für eine „pollerfreie Görnische Gasse und umliegende Straßen“ war am 30. April eingegangen. Im Quartalsbericht vom 19. Oktober führt die Verwaltung sie weiter als „in Bearbeitung“. Schon in einer Zwischennachricht vom Mai hatte das Amt angekündigt, der vorgesehene Poller „Am Hundewinkel“ werde erst nach Abschluss des zweiten Bauabschnitts Görnische Gasse gesetzt und sei als fester Poller geplant.