Hebammen-Saga: Sabine Ebert schickt Marthe noch einmal in die Mark Meißen
Dresden/Freiberg. Die Heilerin Marthe ist zurück. Am 2. November 2026 ist bei Knaur der sechste Band der Hebammen-Saga von Sabine Ebert erschienen. „Marthe. Die Erinnerungen der Hebamme“ kommt pünktlich zum 20. Jubiläum der Reihe. Im Herbst 2006 war der erste Band „Das Geheimnis der Hebamme“ erschienen und hatte der Autorin gleich einen Platz auf den Bestsellerlisten eingebracht.
Der neue Roman ist keine Fortsetzung. Er erzählt Stationen aus Marthes Leben, die in den bisherigen Büchern fehlten. Ein großer Teil widmet sich ihrer Kindheit als Waise und ihrer Ziehmutter und Lehrmeisterin Serafine. Laut Verlag beginnt die Geschichte in Franken im Mai 1153. Auf der Flucht vor einem brutalen Dorfherrn schließt sich Marthe einem Zug Siedler an, die in der Mark Meißen Land erschließen wollen und dabei auf Silber stoßen. Als Heilkundige kommt sie an den Hof des Meißner Markgrafen und zu den Hoftagen Kaiser Barbarossas.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Marthes späte Jahre. Weil Ebert in ihrer späteren Reihe „Silberbaum“ erwähnt hatte, dass Marthe nicht mehr lebt, gab es viele Fragen. „Die Leute waren gleich ganz entsetzt und wollten Aufklärung“, sagte die Autorin dem MDR. Der neue Band löst das Geheimnis um Marthes Tod und beschreibt auch eine Reise ins Heilige Land zu ihrem Sohn Thomas.
Zu ihrer Hauptfigur kam Ebert über den Gründungsmythos von Freiberg. Sie sei fasziniert gewesen davon, „wie die Siedler dort völlig ins Ungewisse gezogen sind und aus dem Nichts sich eine neue Heimat geschaffen haben.“ Erzählen wollte sie aus der Sicht der kleinen Leute. Eine Heilerin konnte anders als ein Bauer oder Bergmann bis an den Hof des Kaisers gelangen.
Wie lebendig diese Welt bis heute ist, erfuhr die Autorin von einer Freiberger Stadtführerin. Die Rundgänge auf Marthes Spuren seien ständig ausverkauft. „Da ist mir nach 20 Jahren bewusst geworden, was ich für eine große Welt geschaffen habe, die bei den Leuten immer noch so lebendig und populär ist“, sagt Ebert. Die 68-Jährige, die in Freiberg zu Hause war und heute in Dresden lebt, hat den Roman trotz einer Long-Covid-Erkrankung geschrieben.
„Marthe. Die Erinnerungen der Hebamme“ von Sabine Ebert, Knaur HC, 400 Seiten, 24 Euro, ISBN 978-3-426-57445-4. Erschienen am 2. November 2026, auch als E-Book und Hörbuch. Lesungen unter anderem am 8. November in Freiberg (Buchpremiere), am 24. November um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek im Dresdner Kulturpalast und am 6. Dezember erneut in Dresden. Weitere Termine unter sabine-ebert.de.