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Gründerinnenpreis: Zwei Unternehmerinnen aus Meißen und Radebeul im Finale

Gründerinnenpreis: Zwei Unternehmerinnen aus Meißen und Radebeul im Finale
Das Outdoor-Geschäft Sport Ruscher in Meißen. Foto: Sport Ruscher
Zwei der zehn Finalistinnen für den Sächsischen Gründerinnenpreis kommen aus dem Landkreis Meißen: Monique Ruscher-Mohn mit ihrem Meißner Outdoorgeschäft und die Radebeuler Trennungsbegleiterin Susanne Pehse.

Der Landkreis Meißen ist im Finale des Sächsischen Gründerinnenpreises 2026 gleich zweimal vertreten. Monique Ruscher-Mohn, Inhaberin von Sport Ruscher mit dem Meißner Geschäft „Elbtalbummler“, und Susanne Pehse aus Radebeul mit ihrer „Trennungsbegleitung für Familien“ gehören zu den zehn Unternehmerinnen, die eine unabhängige Jury aus 59 Bewerberinnen ausgewählt hat. Das teilte das Sächsische Sozialministerium am Mittwoch mit. Am selben Tag stellten die Finalistinnen ihre Geschäftsideen der Jury persönlich vor.

Outdoorladen mit Reparaturservice und Rucksackverleih

Der Laden auf der Marktgasse 15 in Meißen verkauft Outdoorbekleidung, Schuhe und Ausrüstung zum Wandern und Radfahren. Nach Angaben des Ministeriums legt die Inhaberin großen Wert auf Nachhaltigkeit und persönliche Beratung. Kaputte Outdoorjacken und Wanderschuhe werden im Geschäft repariert. Außerdem betreibt Ruscher-Mohn einen Ausrüstungsverleih: Wer draußen unterwegs sein will, kann dort fertig gepackte „Erlebnis-Rucksäcke“ samt Proviant ausleihen.

Das Geschäft hat eine lange Geschichte in der Stadt. Henner Ruscher gründete Sport Ruscher 1992. Am 1. August 2023 übergab er das Unternehmen an seine Tochter, wie auf der Internetseite des Geschäfts steht. Im Frühjahr 2025 legte Ruscher-Mohn ihre beiden benachbarten Läden auf der Marktgasse zu einem zusammen, seitdem steht „Elbtalbummler“ über der Tür. Grund war laut Sächsischer Zeitung die Personallage, nicht die Zahlen. „Aus zwei mach eins“, sagte die Inhaberin damals.

Radebeulerin begleitet Eltern durch die Trennung

Susanne Pehse ist zertifizierte Kinder-, Jugend- und Familiencoachin. Mit ihrem Angebot will sie Eltern und Kindern helfen, Trennung und Scheidung „ohne unnötiges Drama“ zu bewältigen und eine stabile Familie nach der Trennung aufzubauen, so das Ministerium. Sie versteht sich als Anlaufstelle noch vor dem Gang zum Anwalt oder zum Familiengericht. Sie berät Familien deutschlandweit, auch online.

Selbstständig ist Pehse nach eigenen Angaben seit September 2022. Auf ihrer Internetseite schreibt sie, sie habe bereits mehr als 300 Eltern begleitet. Zu ihrem Angebot gehören Klarheitsgespräche, Einzelbegleitungen über mehrere Sitzungen, Familienaufstellungen und Module für Kinder, die mit der Trennung ihrer Eltern zurechtkommen müssen. Außerdem wendet sie sich an Unternehmen, die Beschäftigte in einer Trennung unterstützen wollen.

Die übrigen Finalistinnen sind Jasmina Meyer aus Glauchau (Eastside Chains, individuell angepasste Maulkörbe für Hunde), Friedericke Kirsten (Ernährungswandel, Ernährungsberatung und digitale Gesundheitsangebote), Michelle Ziegelmann (Neuseenhof GmbH, Kräuterwissen über Social Media, Leipzig), Marlene Alexander (Lenes Regionalmarkt mit Café, Bioladen in Leipzig-Gohlis), Annett Jahn (Bed & Breakfast „Neidorf Inn“ in Sehmatal-Neudorf), Jennifer Tippner (Kosmetikstudio Tippner Hautpflegekonzepte, Schwarzenberg), Dr. med. Cornelia Hilbert (Hofladen und Konditorei Anbauglück, Leipzig-Holzhausen) sowie Susanne Lange, Heike Wilson und Corinne Ruser von der Gut Leben gGmbH in Bannewitz, die Menschen mit Hirnschäden beim Weg zurück in Arbeit und Alltag hilft.

10.000 Euro Preisgeld

Die Preisträgerinnen werden am 25. November bei einer Festveranstaltung in der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Je 5.000 Euro gehen an eine Gründerin in der Kategorie Neugründung (Unternehmen kürzer als drei Jahre am Markt) und an eine in der Kategorie Wachstum (länger als drei Jahre).  Die Trophäe in Form einer Pusteblume gestaltet die Dresdner Künstlerin Eva Backofen. Die Staatsregierung vergibt den Preis seit 2008.

Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) gratulierte allen zehn Nominierten. Zugleich verwies sie darauf, dass Frauen beim Gründen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind: 2024 waren sowohl bundesweit als auch in Sachsen nur 32,9 Prozent der Gründerinnen und Gründer weiblich. Um das zu ändern, brauche es unter anderem eine bessere Absicherung von Selbstständigen bei Mutterschutz und Elternzeit, mehr Sichtbarkeit, Netzwerke für Frauen und besseren Zugang zu Kapital.