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Großenhain erinnert an Bürger jüdischer Herkunft

Museum Alte Lateinschule in Großenhain, Veranstaltungsort eines Vortrags zur jüdischen Stadtgeschichte.
Das Museum Alte Lateinschule in Großenhain lädt zu einem Vortrag und einem Stadtrundgang über die Geschichte jüdischer Familien während des Nationalsozialismus ein. Foto: Städtische Museen Großenhain
From: Meißen News
Ein Fabrikant, eine Lehrerin, ein Friseur: Die Familien Rosenblatt, Kasar und Janowski gehörten einst ganz selbstverständlich zu Großenhain. Ein Geschichtsstudent zeigt jetzt, was aus ihnen wurde, und zum Vortrag reisen Gäste aus den USA an.

Großenhain. Das Museum Alte Lateinschule lädt am 30. Oktober zu einem Vortrag und am 1. November zu einem Stadtrundgang über die Geschichte Großenhainer Bürger jüdischer Herkunft ein. Die Veranstaltungen begleiten die aktuelle Sonderausstellung „Stolpersteine“. Das teilte die Stadtverwaltung Großenhain mit.

Am Freitag um 18 Uhr beschäftigt sich Jakob Görlitz in seinem Vortrag mit dem Leben jüdischer Einwohner während des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt stehen die Familien Rosenblatt, Kasar und Janowski, deren Mitglieder unter anderem als Kaufleute, Fabrikanten, Lehrerin und Friseur zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Stadt gehörten.

Oberbürgermeister Sven Mißbach wird die Veranstaltung eröffnen und Gäste aus den USA begrüßen. Für die musikalische Begleitung sorgt der Jugendchor Großenhain-Reinersdorf-Ebersbach unter Leitung von Stefan Jänke. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Am Sonntag führt Jakob Görlitz ab 14 Uhr zu ehemaligen Wohn- und Arbeitsorten jüdischer Familien. Der Rundgang verläuft unter anderem durch das Gründerzeitviertel am Bahnhof, zur Klostergasse 13, wo Berko Janowski lebte, und zum früheren Friseursalon von Max Kasar in der Schloßstraße. Auch das ehemalige Korbwarengeschäft der Familie Korsetz, das bis 1974 bestand, gehört zu den Stationen. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Museum bittet um Spenden.

Die Schau ist noch bis 15. November zu sehen. Zur Finissage an diesem Tag will das Museum nach einem Rundgang mit Dr. Jens Schulze-Forster Bilanz ziehen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, wie das Gedenken in Großenhain über 2026 hinaus bewahrt werden kann.

Festvortrag: Freitag, 30. Oktober, 18 Uhr, Museum Alte Lateinschule. Stadtrundgang: Sonntag, 1. November, 14 Uhr. Treffpunkt: Museum Alte Lateinschule, Kirchplatz 4, Großenhain. Eintritt frei, Spenden willkommen.