Geburtshilfe in Sachsen: Da muss sich etwas ändern
Dresden/Meißen. Mehr Hilfe für die Geburtshilfe. Die Meißner CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge hat am 5. November im Sächsischen Landtag für eine verlässliche Geburtshilfe in ganz Sachsen geworben. Anlass war der fraktionsübergreifende Antrag von CDU, SPD, Bündnisgrünen und Linken „Sichere Geburt in Sachsen gewährleisten – Geburtshilfe im ländlichen Raum sichern – gemeinsam Strategien entwickeln“.
Seit 1991 ist die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen in Sachsen laut Antrag von 54 auf 34 gesunken. Weitere Schließungen stehen an: Am St. Johannes Krankenhaus in Kamenz endet die Geburtshilfe zum Jahresende 2026. Auch der Kreißsaal am Erzgebirgsklinikum Zschopau ist gefährdet. Lange Wege dürften gerade im ländlichen Raum keine zusätzliche Sorge für werdende Eltern werden, betonte Kuge in ihrer Rede.
Eine verlässliche Geburtshilfe sei kein Luxus, sondern Teil der medizinischen Grundversorgung, sagte die Gesundheitspolitikerin. Der Antrag zielt auf eine Bestandsaufnahme der Versorgung und möglicher Lücken, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Unterstützung für Hebammen, eine langfristige Gesamtstrategie mit regional passenden Angeboten – etwa Geburtshäusern und hebammengeleiteten Einrichtungen – sowie eine verlässliche Finanzierung, damit auch kleinere Geburtsstationen im ländlichen Raum eine Zukunft haben.
Konkret soll noch 2026 eine Arbeitsgruppe entstehen. Erste Ergebnisse sind bis Ende März 2027 geplant, eine Gesamtstrategie bis Ende 2027. Die Initiative baut auf früheren Anträgen der Grünen und der Linken auf.
Im Landkreis Meißen gibt es Entbindungen an den Elblandkliniken noch in Meißen und Riesa. Am Standort Radebeul wurde die Entbindungsstation 2013 geschlossen.