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Freiberger Stadtrat wählt Ittershagen ab – Holger Scheich neuer ehrenamtlicher OB-Vize

Freiberger Stadtrat wählt Ittershagen ab – Holger Scheich neuer ehrenamtlicher OB-Vize
Darauf ein Freiberger. Brauereichef Holger Scheich ist neuer Vize-OB von Freiberg. Foto: privat
Der Freiberger Stadtrat hat CDU-Fraktionschef Steve Ittershagen als ehrenamtlichen Stellvertreter des Oberbürgermeisters abgewählt. In geheimer Wahl stimmten genau 18 Stadträte dafür, so viele waren mindestens nötig. Nachfolger ist Holger Scheich.

Steve Ittershagen ist nicht mehr ehrenamtlicher Stellvertreter des Freiberger Oberbürgermeisters. Der Stadtrat hat ihn am Donnerstagnachmittag im Städtischen Festsaal am Obermarkt abgewählt. Das berichtet die Freie Presse. In geheimer Abstimmung votierten 18 Stadträte für die Abwahl, genau die erforderliche Mindestzahl. Der Stadtrat hat 34 Sitze. Wie viele Räte mit Nein stimmten oder sich enthielten, ist nicht bekannt.

In einem zweiten geheimen Wahlgang wählte der Stadtrat Holger Scheich zum neuen ehrenamtlichen Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Er erhielt 25 Ja-Stimmen. Scheich ist parteilos, gehört seit 2024 der CDU-Fraktion im Stadtrat an und ist Geschäftsführer im Brauhaus Freiberg.

Den Antrag auf Abwahl hatten die Freien Wähler gestellt. Hintergrund ist der Streit nach der Oberbürgermeisterwahl 2025: Ittershagen hatte, so die Vorwürfe, habe die Wahl von Philipp Preißler über einen Strohmann angefochten. Preißler konnte sein Amt wegen der Anfechtung erst verspätet antreten. Nach einem Vorfall mit der Polizei in Leipzig wurde gegen ihn ein Dienstverbot verhängt.

Vor der Abstimmung trat Ittershagen ans Rednerpult. Er bat darum, die Entscheidung an seiner tatsächlichen Amtsführung auszurichten. Er verteidigte das Recht, eine Wahl anzufechten, und warnte, politisch motivierte Abwahlen könnten Menschen vom ehrenamtlichen Engagement abhalten. Bürgermeister Martin Seltmann bezeichnete Ittershagens Arbeit nach Angaben der Freien Presse als einwandfrei. Stadträtin Roswitha Beidatsch sprach sich für einen Stellvertreter aus, der verbindet. Scheich kündigte an, die Stadt unparteiisch zu vertreten.

Oberbürgermeister Preißler hatte sich in der Nacht zum Mittwoch auf Instagram zu Wort gemeldet und dort die Rolle Ittershagens bei der Wahlanfechtung infrage gestellt. Wörtlich schrieb er: "Den öffentlichen Umgang miteinander habe ich in den vergangenen Monaten als deutlich zugespitzt und belastend erlebt. Ich hatte den Eindruck, dass die Auseinandersetzung stellenweise über politische und sachliche Kritik hinausging."

Auf der Tagesordnung standen außerdem Entscheidungen über einen Amtsverweser und einen Dezernenten für Verwaltung und Finanzen. Ergebnisse dazu lagen am Abend noch nicht vor.