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Freiberg: Giftige Bergbau-Halde am Hammerberg bald gesichert

Backsteingebäude des ehemaligen Davidschachts in Freiberg mit Förderbrücke im Herbst
Der ehemalige Davidschacht in Freiberg. Zu seinem Komplex gehört auch die Spülhalde Hammerberg. Foto: Unukorno, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Seit 2012 wird die Spülhalde am Hammerberg in Freiberg saniert, jetzt sind rund 90 Prozent geschafft. Was nach dem Ende der Bauarbeiten aus dem großen Gelände werden soll, ist schon geplant.

Freiberg. Die Sanierung der Spülhalde Hammerberg in Freiberg ist fast fertig. Rund 90 Prozent der Arbeiten sind abgeschlossen. Davon machten sich Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und Landrat Sven Krüger am Montag vor Ort ein Bild. Die Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft sichert die ehemalige Anlage seit 2012 und bezahlt das selbst. Vor allem die Freiberger Mulde soll so vor Schadstoffen geschützt werden.

Auf der Halde liegen rund 330.000 Kubikmeter Rückstände aus der Erzaufbereitung, sogenannte Flotationsrückstände. Sie wurden zwischen 1964 und dem Ende des Freiberger Bergbaus 1969 dort abgelagert. Auch Jahrzehnte später fanden Untersuchungen noch Arsen und Schwermetalle.

Das knapp fünf Hektar große Gelände bekommt deshalb eine dauerhaft standsichere Form und wird mit mineralischen Schichten abgedeckt. Dafür wird vor allem Bodenmaterial aus dem Raum Freiberg genutzt. So dringt weniger Regenwasser in die Halde ein und es entsteht weniger Sickerwasser, das Schadstoffe ins Grund- und Oberflächenwasser tragen könnte. Eine erste Begrünung soll verhindern, dass Wind und Regen Boden abtragen. Danach soll die Fläche renaturiert und in Teilen wieder aufgeforstet werden.

„Die Sanierung am Hammerberg ist ein wichtiger Schritt, um die Umweltbelastungen aus dem historischen Bergbau langfristig zu reduzieren“, sagte von Breitenbuch. Das Projekt zeige beispielhaft, „wie sich Sanierung, Verwertung von schwermetallangereichertem Bodenaushub aus Tiefbaumaßnahmen und ökologische Nachnutzung verbinden lassen“.

Am Hammerberg wird auch geforscht. Seit 2024 testet eine Pilotanlage im Forschungsvorhaben MindMontan, wie sich das belastete Sickerwasser mit natürlichen mikrobiologischen und chemischen Verfahren reinigen lässt. Beteiligt sind unter anderem die TU Bergakademie Freiberg, die G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft und der Förderverein Montanregion Erzgebirge. Umweltministerium und Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie haben das Projekt unterstützt.

Der Hammerberg reiht sich in eine lange Liste ein. Im Ökologischen Großprojekt Saxonia wurden zwischen 1993 und 2013 mehr als 400 Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen an über 50 Objekten umgesetzt. Alle Details stehen in der Mitteilung des Umweltministeriums.