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Feralpi aus Riesa als Vorreiter der Stahl-Transformation

Vier Personen sitzen bei einer Podiumsdiskussion auf der Responsible Leadership Conference in Düsseldorf, darunter Feralpi-Manager Uwe Reinecke.
Podium in Düsseldorf: Bettina Petzold (Lufthansa Cargo), Michaela Thiel (Körber), Feralpi-General-Manager Uwe Reinecke und Moderator Daniel Schleidt (v. l.). Foto: Jonas Ratermann
Der Riesaer Stahlhersteller Feralpi hat in Düsseldorf eine Auszeichnung für erfolgreichen Wandel erhalten. Welcher Wert das Unternehmen in der Branche nach vorn bringt, verriet General Manager Uwe Reinecke auf großer Bühne.

Riesa. Feralpi Stahl gehört zu den „Vorreitern der Transformation 2026“. Die Auszeichnung vergeben ServiceValue und das F.A.Z. Institut. Grundlage ist nach Unternehmensangaben eine Studie mit rund 4,7 Millionen Nennungen zu etwa 17.000 Unternehmen. Gewürdigt werden Firmen, die den Wandel in Digitalisierung, Forschung und Entwicklung, Innovation, Technologie und Wissenskultur besonders erfolgreich gestalten.

Bekannt gegeben hat das Werk die Ehrung im Zusammenhang mit der 15. Responsible Leadership Conference des FAZ-Instituts, die am 12. und 13. Oktober in Düsseldorf stattfand. Dort sprach Feralpi-General-Manager Uwe Reinecke zum Thema „Industrielle Transformation in der Praxis: Stahl, Technologie und globale Wertschöpfungsketten“. Ein zentrales Thema der Konferenz war der Übergang von der linearen zur zirkulären Wirtschaft. „Wir verstehen Transformation als Chance statt als Verzicht“, schreibt das Unternehmen dazu.

Am Standort Riesa setzt Feralpi auf die Elektrostahlroute: Stahl wird im Elektrolichtbogenofen aus Schrott erschmolzen, der Recyclinganteil liegt laut Unternehmen bei über 98 Prozent. Hinzu kommt das neue Spooler-Walzwerk, das im Mai 2025 in Betrieb ging und nach Firmenangaben als erstes Walzwerk Deutschlands emissionsfrei arbeitet – also ohne direkte Emissionen aus der eigenen Anlage. Mehr als 220 Millionen Euro hat die italienische Feralpi Group dafür und für weitere Modernisierungen in Riesa investiert. Perspektivisch soll die Produktion von rund einer auf bis zu 1,3 Millionen Tonnen Stahl im Jahr steigen.

Ein Produkt aus dem neuen Werk ist der FERGreen Spooler, warmgewalzter und direkt in Ringen gespulter Betonstahl. Seine Umweltproduktdeklaration weist einen GWP-total-Wert von 296 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Tonne Stahl aus. Feralpi spricht von einem „Best-in-Class-Wert in der Stahlbranche“.

Feralpi produziert seit 1992 in Riesa und beschäftigt dort rund 900 Menschen. Zuletzt hatte das Unternehmen allerdings auch mit hohen Stromkosten zu kämpfen: Seit September geht das Elektrostahlwerk stundenweise vom Netz, weil Marktpreise und Netzentgelte zeitweise keine wirtschaftliche Produktion zulassen (mehr dazu hier).