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Fachtagung beleuchtet Geschichte des Klosters Heilig Kreuz in Meißen

Fachtagung beleuchtet Geschichte des Klosters Heilig Kreuz in Meißen
Das ehemalige Kloster Heilig Kreuz in Meißen steht im Mittelpunkt archäologischer und denkmalpflegerischer Forschungen. Eine Fachtagung widmete sich der Geschichte und den Zukunftsperspektiven des Areals. Foto: Kloster Heilig Kreuz
From: Meißen News
Rund 80 Experten haben sich in Meißen mit der Geschichte und Zukunft des Klosterareals Heilig Kreuz beschäftigt. Im Mittelpunkt standen neue Forschungsergebnisse, der Denkmalschutz und mögliche Beiträge zum Stadtjubiläum 2029.

Rund 80 Experten haben sich bei einer wissenschaftlichen Fachtagung mit der Geschichte und Zukunft des ehemaligen Klosters Heilig Kreuz in Meißen beschäftigt. Das teilte das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen mit. Die Veranstaltung fand am 26. September statt und wurde vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und dem Meißner Hahnemannzentrum ausgerichtet. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion ging es um landesgeschichtliche, archäologische und denkmalpflegerische Erkenntnisse sowie um Perspektiven für das historische Areal.

Ein Schwerpunkt war die Frage, wie die Geschichte des Klosters in das Meißen-Jubiläum 2029 und die damit verbundene Sächsische Landesausstellung eingebunden werden könnte. An dem Austausch beteiligten sich Vertreter verschiedener Einrichtungen. Wissenschaftlich kooperierten das Landesamt für Archäologie Sachsen und das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen; die Stadtverwaltung Meißen unterstützte die Veranstaltung.

Das Kloster Heilig Kreuz wurde um 1220 von Dietrich dem Bedrängten, Markgraf von Meißen, gestiftet. Bis heute sind Fragen zu seiner Bedeutung für die Landes- und Reichsgeschichte offen. Lange stand das Areal nur wenig im Fokus der Wissenschaft. Archäologische Befunde sowie die Beziehungen des Klosters zur Stadt und zur umliegenden Landschaft spielen bei der Erforschung eine wichtige Rolle.

Nach der Reformation wurde das Kloster 1568 aufgehoben. Während des Siebenjährigen Krieges wurde die Anlage teilweise zerstört. Im Zeitalter der Romantik und des Historismus rückten die Ruinen wieder stärker ins öffentliche Interesse. Der Autor Ludwig Thiele beschrieb 1857 die Wirkung der romanischen und gotischen Überreste und hob ihre Einbettung in die Landschaft des Elbtals hervor. Seit 1899 widmet sich die sächsische Bau- und Bodendenkmalpflege dem Klosterareal. Der Denkmalpfleger Cornelius Gurlitt mahnte, die Ruinen dauerhaft zu erhalten.

Seit 1994 nutzt der gemeinnützige Meißner Hahnemannzentrum e. V. das Gelände. Der Verein kümmert sich um den Erhalt der Baulichkeiten und hat das Areal gemeinsam mit der Stadt Meißen und den zuständigen Fachämtern weiterentwickelt. Forschungen und Ausgrabungen seit 1990 brachten neue Erkenntnisse zur Klostergeschichte und lieferten zugleich Grundlagen für die weitere Nutzung.

Das Areal gilt als Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz denkmalgerecht erhalten und zugleich zeitgemäß genutzt werden kann. Als kultureller und touristischer Anlaufpunkt besitzt es nach Einschätzung der Veranstalter Potenzial für die Stadt Meißen und die Region. Die Fachtagung bot Gelegenheit, den Forschungsstand zusammenzuführen und über die künftige Entwicklung des Geländes zu beraten.