Berufliches Gymnasium Riesa im Landtag: „Noch ist nichts entschieden“
Riesa/Dresden. Im Sächsischen Landtag hat am Dienstag, 27. Oktober, die öffentliche Anhörung zur Petition für den Erhalt des Beruflichen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) für Technik und Wirtschaft Riesa stattgefunden. Das schrieb die CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge, die den Petitionsausschuss leitet, auf Facebook. Laut Einladung des Landtags waren der Petent sowie Vertreter des Kultusministeriums, des Landesamtes für Schule und Bildung, des Landratsamtes Meißen, des BSZ und der Stadt Riesa zur Anhörung geladen.
Es geht um mehr als eine Schule
Kuge schrieb: „Die Botschaft ist klar: Es geht um mehr als eine Schule – es geht um Bildungschancen, Zukunftsperspektiven und die Stärke unserer gesamten Region!“ Viele Schülerinnen und Schüler aus Riesa, Stauchitz, Gröditz, Strehla und den umliegenden Gemeinden entschieden sich bewusst für diesen wohnortnahen Bildungsweg, um ihr Abitur zu machen. Eine Schließung würde nicht nur längere Schulwege bedeuten, sondern „auch das Bildungsangebot und den Bildungsstandort Riesa nachhaltig schwächen“.
Als Vorsitzende des Petitionsausschusses sei es ihr wichtig, dass die Anliegen der Petentinnen und Petenten Gehör finden und die vorgetragenen Argumente sorgfältig geprüft werden. „Noch ist nichts entschieden!“, so Kuge. „Die Entscheidung über die Zukunft des Beruflichen Gymnasiums steht im November an.“
Wie berichtet, sieht ein Arbeitsentwurf des Kultusministeriums zur Fortschreibung des Teilschulnetzplans für die berufsbildenden Schulen vom 1. Juli vor, das Berufliche Gymnasium in Riesa nicht fortzuführen. Als Grund nannte das Ministerium ein Doppelangebot in den Technik- und Wirtschaftswissenschaften in Riesa und am BSZ Meißen-Radebeul. Zum Schuljahr 2027/28 würden dann keine Schülerinnen und Schüler mehr aufgenommen. Berufsschule, Fachoberschule und Berufsvorbereitung sind nicht betroffen.
Der Kreistag des Landkreises Meißen hatte am 24. September in einer Resolution den Erhalt der Schulart gefordert. Der Landkreis verweist darauf, dass die Mindestschülerzahlen erreicht werden. Die nächsten Beruflichen Gymnasien in Meißen und Oschatz seien wegen der Wegezeiten keine echte Alternative.
Wie es weitergeht
Das Kultusministerium wollte die Hinweise der Schulträger prüfen und den Entwurf gegebenenfalls anpassen. Ein überarbeiteter Entwurf wird nach bisherigen Angaben voraussichtlich am 30. November erwartet, der neue Plan soll zum 1. August 2027 in Kraft treten.
Info: Die Petition „Berufliches Gymnasium in Riesa erhalten – gemeinsam Zukunft sichern!“ wurde am 17. Juli 2026 auf dem Petitionsportal des Landtags veröffentlicht. Petent ist Eric Stopp, als Organisation ist das BSZ Technik und Wirtschaft Riesa angegeben. Die Petition erhielt 2.946 Mitzeichnungen.