Im Mordprozess gegen den 37-jährigen Nick W. hat das Landgericht am zweiten Verhandlungstag Angehörige der getöteten Susann K. sowie Nachbarn aus einer Reudnitz-Thonberger Wohnsiedlung angehört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine frühere Partnerin am späten Abend des 18. August 2025 mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt und den gemeinsamen zehnjährigen Sohn schwer verletzt zu haben.
Nach Anklageangaben verschaffte sich der Mann Zugang zur Wohnung der 42-Jährigen, in der sich auch ihr neuer Partner aufhielt. Nach einem Streit soll er auf Susann K. eingestochen haben. Als sie fliehen konnte, habe er seine Aggression gegen den bereits schlafenden Sohn gerichtet.
Das Kind überlebte nach einer stundenlangen Notoperation und lebt inzwischen in einem geschützten Umfeld. Körperlich habe es sich erholt, wolle seinen Vater jedoch nicht wiedersehen.
Mutmaßlicher Mörder drohte mit Suizid
Angehörige der Getöteten zeichneten vor Gericht das Bild einer zurückhaltenden Frau, die wenig über ihre Beziehung sprach. Eine Schwester berichtete, Susann K. habe kurz vor der Tat einen neuen Mann im Kollegenkreis kennengelernt und sei in dieser Zeit auffallend fröhlich gewesen.
Für den Angeklagten habe sie keine Gefühle mehr gehabt. Im Arbeitsumfeld sei er als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen worden. Allerdings habe unter Kollegen eine verstörende WhatsApp-Nachricht die Runde gemacht, in der er für den Fall einer Trennung Suizid angedroht haben soll.
Auch die Mutter der Getöteten erklärte, sie habe kaum Einblick in die Beziehung ihrer Tochter gehabt. Susann K. sei eher still gewesen, habe sich jedoch fürsorglich um ihren Sohn gekümmert. Die Nachricht vom Tod ihrer Tochter habe sie während eines Urlaubs erreicht.
Zeuge hörte Schreie des verletzten Kindes
Nachbarn schilderten die Ereignisse des Tatabends. Ein Jugendlicher berichtete von den Schreien des verletzten Kindes. Zuvor sei ihm die schwer verletzte Frau auf dem Gehweg begegnet und habe mitgeteilt, ihr früherer Partner habe versucht, sie abzustechen, bevor sie zusammenbrach.
Der Angeklagte bestreitet einen geplanten Mord. Er habe ein klärendes Gespräch gesucht und sich um seine Ex-Partnerin gesorgt. Die Attacke auf sie bezeichnete er als Unfall; an den Angriff auf seinen Sohn könne er sich nicht erinnern. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.
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Leipziger Zeitung // Lucas Böhme, unterstützt von KI