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Klingbeil besucht Zoll-Zentrum in Schkeuditz: Sechs Kilo Kokain im Paket aus Kolumbien

Klingbeil besucht Zoll-Zentrum in Schkeuditz: Sechs Kilo Kokain im Paket aus Kolumbien
Zollbeamter zeigt Bundesfinanzminister Drogenfund aus Kolumbien (Bild: Thomas Wolf)
Von: Thomas Wolf

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat heute das Luftfrachtzentrum von DHL in Leipzig-Schkeuditz besucht. Rund 300 Zollbeamtinnen und Beamte arbeiten dort und sorgten bei dem Besuch für einen eindrücklichen Fund: Ein Paket auf dem Weg von Kolumbien nach Kroatien habe sechs Kilogramm Kokain enthalten, bei einem deklarierten Gesamtgewicht von acht Kilogramm.

Spürhunde, Algorithmen und ein Drogenfund

Das Paket sei erstmals in Schkeuditz auf EU-Boden gewesen und habe daher dort kontrolliert werden müssen, hieß es. Klingbeil ließ sich bei dem Rundgang unter anderem die sogenannte Behundung zeigen, also den Einsatz von Spürhunden bei der Drogensuche. Bundesweit stellte der Zoll im Jahr 2025 rund 69 Tonnen Betäubungsmittel sicher, darunter mehr als 54 Tonnen Marihuana und rund 6,5 Tonnen Kokain.

Doch nicht nur die Vierbeiner sind im Einsatz: Rund 72 Prozent der Sendungen würden bereits elektronisch angekündigt, bevor die Ware in Schkeuditz lande. Über definierte Risikoparameter würden verdächtige Pakete automatisch aus dem Fördersystem ausgeleitet und zur Kontrolle markiert.

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Drei Euro pro Kleinpaket, spätestens ab November

Ein weiteres Thema des Besuchs war die künftige Besteuerung von Kleinsendungen aus Drittländern. Derzeit seien Pakete unter 150 Euro zollfrei und es falle lediglich die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent an. EU-weit sollen künftig drei Euro pro Paket erhoben werden. Der genaue Starttermin hänge noch von laufenden EU-internen Abstimmungen ab, spätestens im November solle die Regelung jedoch in Kraft treten.

Diese Gebühr solle eine Lenkungsfunktion erfüllen und teilweise die Steuerausfälle kompensieren, die durch chinesische Massenhändler wie Temu oder Shein entstünden. Branchenkenner bezifferten den Wertschöpfungsverlust durch chinesische Plattformen in Deutschland auf bis zu 2,4 Milliarden Euro. Die darauf entfallende Umsatzsteuer belaufe sich auf rund 456 Millionen Euro. Über die neue Paketgebühr könnten laut Schätzungen bis zu 500 Millionen Euro eingenommen werden.

Zoll als Einnahmegarant

Dass der Zoll weit mehr ist als eine Kontrollbehörde, zeigen auch die Zahlen aus dem Jahr 2025: Insgesamt nahm er rund 157 Milliarden Euro für den Bundeshaushalt ein, darunter rund 74 Milliarden Euro Einfuhrumsatzsteuer sowie 65 Milliarden Euro Verbrauchsteuern. Hinzu kamen knapp 790 Millionen abgefertigte Warenpositionen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro.

Quelle: DIE SACHSEN NEWS

Thomas Wolf
Artikel von

Thomas Wolf

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