Misstöne an der Semperoper Dresden: Intendant Peter Theiler hat am Montag Darstellungen von Chefdirigent Christian Thielemann und dem Orchestervorstand der Staatskapelle widersprochen, deren Arbeit in der Corona-Pandemie zu behindern. Thielemann hatte am Montag in einem Bericht der «Dresdner Neuesten Nachrichten» gesagt: «Sie glauben gar nicht, wie enttäuscht ich bin, dass ein Orchester wie die Staatskapelle nicht spielen darf und dass es bei uns am Haus nicht mehr Anstrengungen gegeben hat, da etwas zu ermöglichen.» Zugleich wurde Orchestervorstand Holger Grohs mit Verweis auf die Corona-Regeln mit den Worten zitiert: «Ein Intendant sollte im Rahmen dieser Maßgaben Kultur ermöglichen und nicht verhindern.»
Theiler reagierte deutlich und sprach von «völligen Fehldarstellungen und mangelnder Einsicht». Als Sachsen am 8. Januar angesichts dramatisch hoher Infektionszahlen eine neue Schutzverordnung erließ, habe er Thielemann erneut gesagt, dass Proben für Richard Strauss' «Heldenleben» mit 100 Musikerinnen und Musikern auf der Bühne in einer solchen Situation nicht ratsam wären und man sich besser auf ein kleineres Projekt - wie andere es in Deutschland auch machen - beschränken sollte: «Da gab es kein Verständnis, deshalb habe ich die Probe abgesagt. Schließlich habe ich als Intendant Verantwortung für Leib und Leben meiner Mitarbeiter.» Vernunft müsse vor emotionaler Ungeduld stehen, «auch wenn ich so bald wie möglich alle Künstler wieder auf der Bühne und im Orchestergraben haben möchte, damit es bald wieder losgeht».