Nach der Corona-Krise hat die ostdeutsche Textilindustrie mit neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Vor allem die gestiegenen Energiekosten machten vielen Firmen schwer zu schaffen, teilte der Branchenverband vti am Donnerstag unter Verweis auf eine Mitgliederbefragung mit. Demnach schätzt fast jeder zehnte Betrieb (9 Prozent) dies sogar als existenzbedrohend ein. Erschwerend kämen Preiserhöhungen in vielen anderen Bereichen hinzu. Als Reaktion müssten die Firmen die Verkaufspreise anheben, stellen Investitionen zurück oder verlagern Produktion ins Ausland, hieß es. Auch auf Kurzarbeit werde zurückgegriffen.
Besonders gebeutelt infolge der Corona-Beschränkungen waren den Angaben nach Mode- und Bekleidungshersteller. Einige hatten zeitweise versucht, sich mit dem Nähen vom Masken und Schutzkitteln über Wasser zu halten. Bundesweit habe die Bekleidungsindustrie beim Umsatz inzwischen wieder den Stand von 2019 erreicht, erklärte vti-Hauptgeschäftsführer Jenz Otto. In Sachsen gebe es aber nur noch wenige Hersteller von Kleidung, das Gros der Branche beschäftige sich mit technischen Textilien und Heimtextilien.